Neue Verbotsschilder und Zivil-Kontrollen sollen Radfahrer sensibilisieren

Würde des Friedhofs missachtet

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Tangermünde. Taktvolles Verhalten fordert nicht nur Stadtrat Hermann Curdts (CDU) auf dem Tangermünder Friedhof. Auch zahlreiche weitere Besucher klagten im vergangenen Jahr über ungebührliches Verhalten beim örtlichen Ordnungsamt.

Grund: Immer wieder wird die Ruhe von Radfahrern gestört. Diese nutzen den Friedhofsweg als Abkürzung. Von einem Friedhofstor zum anderen gelangen sie nämlich von der Stendaler Straße zum Konventsteig. Dass sie dabei nicht von ihren Drahteseln absteigen, ärgert nicht nur Stadtrat Curdts, sondern stellt auch einen Verstoß gegen die Friedhofsordnung dar. Diese untersagt das Radfahren auf dem Friedhof und teilt dies auf Verkehrsschildern mit. Weil die alten Schilder aufgrund von Witterung und Baumblüten nach rund zehn Jahren in einem schlechten, kaum noch erkennbaren Zustand waren, wurden sie kürzlich durch neue, größere Hinweisschilder an allen drei Zugangstoren ersetzt.

„Ich muss die Friedhofsverwaltung sehr dafür loben und hoffe, dass das Radfahren zukünftig auf dem Friedhof unterlassen wird“, äußerte Curdts auf der jüngsten Stadtratsitzung seine Freude über die Maßnahme. „Wir haben auch auf die Anregung aus dem Stadtrat reagiert, als wir uns für die neuen Schilder entschieden haben“, sagte der Sachgebietsleiter für Allgemeine Gefahrenabwehr, Michael Classe. Der Mitarbeiter des Tangermünder Ordnungsamtes hofft, dass die Schilder Menschen sensibilisieren und zu einer Verhaltensänderung beitragen. Allein darauf verlässt sich das Ordnungsamt jedoch nicht. So sollen in naher Zukunft Kontrollen stattfinden. Weil erfahrungsgemäß „keiner schlecht fährt, wenn er unsere Kollegen in Uniform sieht“, erläutert Classe, werden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes während des Einsatzes zivil gekleidet sein. Die kommunale Friedhofssatzung sieht für Personen, die sich auf dem Friedhofsgelände nicht der Würde des Ortes entsprechend verhalten, eine maximale Strafe von 2 500 Euro vor. Dieser Rahmen würde bei unerlaubtem Drahteselfahren, jedoch nicht ausgeschöpft. „Radfahrer, die wir zum ersten Mal erwischen, können noch mündlich verwarnt werden. Wer wiederholt gegen die Friedhofsordnung verstößt, erhält zunehmend höhere Bußgelder. Der Start liegt bei circa 20 Euro“, erläutert Classe.

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