Nabu-Chef erinnert an Leinenzwang / Viele Vögel bereits in Brutlaune

„Wenn ihnen kein Hund nachstellt“

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Frühlingserwachen: Hunde gehören zwingend an die Leine. Sie könnten sonst Wildtiere gefährden. Die Regelung gilt seit dem Wochenende und noch bis Mitte Juli. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, dem droht in Sachsen-Anhalt übrigens ein Bußgeld.

Buch – „Nachdem der Winter in diesem Jahr regelrecht ausgefallen ist, beginnt in der Natur nun auch der biologische Frühling“, stellt Dr. Peter Neuhäuser, der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), fest.

Da die Natur nun erneut in Kürze eine große Kinderstube sein wird, müssen wieder alle Hunde seit dem 1. März an die Leine. Und dies unabhängig von dem beispielsweise in der Stadt Tangermünde ohnehin geltenden Leinenzwang. Maßgeblich sei hier das Landeswaldgesetz. Das Verbot hat bis zum 15. Juli Bestand, dann ist die Brutsaison größtenteils vorbei.

Hunde stöbern ganz gern umher und scheuchen Vogeleltern von den Nestern und Gelegen. Die Eier werden kalt oder Jungvögel verklammen und sterben. „Und auch Junghasen wissen zu schätzen, wenn ihnen kein Hund nachstellt.“ Insbesondere die Elbwiesen, aber auch die Niederungen von Aland, Biese und Uchte und die Secandsgrabenniederung seien als Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 ein wichtiger Brutplatz für seltene, bestandsbedrohte Wiesenvögel. Der Nabu-Chef in Buch nennt Großen Brachvogel, Wiesenweihe und Wachtelkönig als Beispiele.

Dr. Peter Neuhäuser vor einiger Zeit mit einem Greifvogel. Das Tier hatte Probleme, der Nabu-Chef kümmerte sich.

Auch das Befahren der freien Landschaften sei gemäß Waldgesetz verboten, ebenso das unberechtigte Betreten von Äckern, Weiden und Wiesenflächen. „Die Pflanzenwelt erblüht mit Hasel und Scharbockskraut und auch die ersten Amphibien wandern bereits zu ihren Laichplätzen.“ Dr. Neuhäuser sieht die nächste Zeit wieder Kraniche in kleinen Trupps gen Norden ziehen und Brutpaare mit lautem Trompeten ihre Reviere abstecken. „Die Rotmilane kreisen, Seeadler, Mäusebussarde und Kolkraben sind sogar schon eifrig mit dem Nestbau beschäftigt. In den sonnigen Mittagsstunden steigen die ersten Lerchen zum Jubilieren in den Himmel.“ Vereinzelt seien auch schon Hausrotschwänze und Bachstelzen gesichtet worden. „Abends flöten die Amselmännchen ihr Lied von den Hausgiebeln und aus den Spitzen der Bäume und Büsche. Grau- und Brandgänse schnattern an der Elbe und in den Lanken. Und Singdrosseln lassen ihre Stakkatos erklingen“, schwärmt der Nabu-Chef.

VON MARCO HERTZFELD  

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