Rettungshunde-Übungsplatz im Aufbau / Tag der offenen Tür geplant

Vierbeiner zeigen ihr Können

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In der Ausbildung lernen die Tiere die Flächensuche bei Leiterin Sandra Meister. Dazu müssen sie Menschen auch an höher gelegenen Orten finden. Auf dem Trainingsplatz werden die Tiere an mögliche Hindernisse im Gelände gewöhnt, wie Neo auf der Wippe und Minnie im Tunnel.

Bölsdorf. Die Grillen zirpen, Mücken zerstechen einem die Beine und für Mitte Mai sind die Temperaturen geradezu heiß. „In den Wald können wir heute nicht“, erklärt die Leiterin der Rettungshundestaffel Sachsen-Anhalt Nord, Sandra Meister.

„Es ist Waldbrandstufe vier ausgerufen. Da müssen wir auf dem Platz bleiben. “ Der besagte Platz ist das Trainingsgelände für die Rettungshunde, 40 Meter mal 100 Meter groß, mit Rampe, Wippe, Tunnel, einem grünen Bauwagen bestückt und einem hohen Zaun eingegrenzt.

Erst im November 2017 ist die Rettungshundestaffel von Tangermünde auf das Gelände in Bölsdorf umgezogen. Seitdem ist sie eifrig damit beschäftigt, den Übungsplatz herzurichten. Bis zum ersten Tag der offenen Tür des Vereins am Sonnabend, 2. Juni, sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. „Wir möchten den Bölsdorfern und allen Interessierten mal zeigen, was die Rettungshunde-Arbeit so hergibt.“

 Vorführungen seien geplant, aber auch ein Malstand und Kinderschminken für die Jüngsten. Zwar kämen viele Neugierige mit ihren Hunden vorbei, aber von der Rettungshunde-Arbeit hätten nur die wenigsten eine Vorstellung. „Wir sind kein typischer Hundeverein, wo man hingeht, der Hund wird ausgebildet und dann war’s das. Es geht immer darum, nach der Ausbildung auch in den Einsatz zu gehen und zu helfen.“

Staffel nutzt häufig Wälder für das Training

In der Staffel Sachsen-Anhalt Nord werden die Hunde für die Flächensuche ausgebildet. Dazu werde der Spiel- und Futtertrieb der Tiere genutzt. „So früh wie möglich“, könne mit der Ausbildung begonnen werden, sagt Meister. Zwei Jahre würde diese in Anspruch nehmen, bis der Hund seine Prüfung ablegen dürfe. Danach wäre alle 18 Monate eine Wiederholung fällig. Doch auch die Hundeführer seien gefragt und müssten für die Personensuche Kenntnisse in Erster Hilfe sowie den Umgang mit Funk, Karte und Kompass beherrschen.

Um sich bestens für den Ernstfall zu rüsten, sei die Staffel allerdings häufiger in den angrenzenden Wäldern anzutreffen. „Eigentlich nutzen wir den Trainingsplatz auch nur, um die Gewandtheit für den Hund möglichst gut aufzuarbeiten, weil im Wald kann es passieren, dass dort Hindernisse liegen, wo er drüber oder drunter durch muss.“ Die Staffel sei immer dankbar, wenn man ihnen Wälder für das Training zur Verfügung stellen würden. Denn die Hunde würden das Gelände nur allzuschnell kennen.

Im Jahr kann der Verein zwischen 20 und 30 Einsätze verbuchen. Oft sei die Suche eine sehr emotionale Angelegenheit. „Wir achten hier auf ein sehr familiäres Miteinander.“, erklärt die 25-Jährige im AZ-Gespräch. „Auch, dass Ereignisse aufgearbeitet werden.“ Alle Hundeführer arbeiten ehrenamtlich neben dem Beruf. Nach einer nächtlichen Suche am nächsten Tag im Job nicht zu fehlen, sei natürlich anstrengend, aber die Mühe ohne Frage wert.

Von Laura Kühn

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