„Robin Wood“-Floßtour / „Man muss die Natur genießen, so lange sie noch einigermaßen intakt ist – an manchen Stellen“

Umweltschützer-Floß legt in Tangermünde an

Das Floß „Robina Wood““ hat vor der Burg Tangermünde im Hafen angelegt.
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Die Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt „Robin Wood“ hat mit ihrer Floßtour Station in Tangermünde gemacht.
  • Stefan Hartmann
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Für die Umweltaktivisten von „Robin Wood“ ist die Reise noch nicht vorbei. Einige Tage sind sie mit ihrem Floß noch in der Altmark unterwegs. Ziel ihrer Reise ist jedoch Hamburg. 

Tangermünde – Vor gar nicht allzu langer Zeit hat sich das Floß „Robina Wood“, von Berlin aus auf den Weg nach Hamburg gemacht. Dabei kamen die Aktivisten der Gewaltfreien Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt „Robin Wood“ auch über die Elbe in die Altmark. Nachdem sie am Dienstag Tangermünde besuchten, folgte gestern ein Zwischenstopp in Arneburg.

Ziel der Aktivisten ist es auf Umweltthemen aufmerksam zu machen. Seit 1999 veranstaltet „Robin Wood“ jedes Jahr eine Floßtour. Die Flüsse wiederholen sich mit den Jahren, die Themen jedoch nicht. Während es in den Vorjahren unter anderem um den Flugverkehr, Recyclingpapiere oder das Waldsterben ging, hatte sich die Besatzung dieses Jahr auf den Weg gemacht, um auf die „Notwendigkeit der Energiewende“ aufmerksam zu machen. Das Thema sei momentan in aller Munde, erklärt Alex Gerschner von der Floßbesatzung. Das mache es teilweise leichter, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Größere Aufmerksamkeit zu erhalten, sei jedoch mittlerweile schwieriger geworden. Während es in den 80er Jahren noch gereicht habe, ein Transparent an einer Brücke aufzuhängen, um für Schlagzeilen zu sorgen, seien die Ansprüche mittlerweile höher. Dabei helfe auch die Floßtour.

An verschiedenen Punkten machen die Ehrenamtlichen Halt, um ihren kleinen Infostand auszupacken, Flyer zu verteilen und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Aber auch kleine Events sind vorgesehen. Vorträge, Konzerte, aber auch kleine Filmabende im Floßkino gebe es, berichtet die Crew.

Noch bis zum 13. August wird die „Robina Wood“ auf der Elbe unterwegs sein, bis die Tour ihren Abschluss in Hamburg findet. Neben dem heutigen Stopp in Havelberg am Winterhafen folgen morgen, 6. August, einer im Sportboothafen „Newiganger“ in Wittenberge und am Samstag, 7. August, am Alten Fähranleger in Wahrenberg, bevor das Floß die Altmark wieder verlässt. Für gewöhnlich treffen die Aktivisten gegen 15 Uhr an ihrem neuen Anlegeort ein und sind bis 21 Uhr für Interessierte verfügbar. Weitere Informationen zur Tour und den Anlegepunkten sind unter www.floßtour.de verfügbar.

Nicht alle Crewmitglieder bleiben die gesamte Tour mit an Bord. So auch Nele, die, wenn sie nicht gerade auf einem Floß die Elbe entlangfährt, Soziale Arbeit studiert und am Sonntag zugestiegen ist. Während der Fahrt gibt es viel zu tun. Dazu gehört unter anderem auch der Kontakt nach Außen mit dem Schreiben des täglichen Logbuchs. Auch das Schiffsleben nimmt seine Zeit in Anspruch. Schließlich muss nicht nur das Floß gesteuert und manövriert werden, sondern auch die Verpflegung gesichert sein. Abhängig von der Besatzung wird manchmal auf dem Schiffsherd aufwendig gekocht. An anderen Tagen ist die Verpflegung einfacher – dann gibt es statt Chili sin Carne Nudeln mit Soße. Trotzdem bleibe noch genug Zeit, um die Fahrt an sich zu genießen. Die Natur an der Elbe gehört zu ihren Highlights der Tour. Bei gutem Wetter die Schwäne oder am Wasser die Sonnenauf- und Untergänge quasi hautnah zu erleben. „Man muss die Natur genießen, so lange sie noch einigermaßen intakt ist – an manchen Stellen“, findet Nele.

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