Freibad Tangermünde

Neugestaltung muss noch warten

Blick über einen Metallzaun und durch zwei Bäume hindurch auf die Liegewiese eines Freibades.
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Ein Blick ins Tangermünder Freibad mit seinem Kiosk (li.). Durch einen Neubau mit Innen-und einer Außen-Gastronomie auf einer befestigten Freifläche soll die Einrichtung insgesamt attraktiver werden.
  • VonGünther Krach
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Das Tangermünder Freibad wird von den Stadtwerken als unmittelbarer Bestandteil der Stadtverwaltung geleitet, betreut, verwaltet und finanziert. Diese Organisationsform nennt man Eigenbetrieb. Jährlich muss die Stadtverwaltung aber eine finanzielle Unterstützung aufbringen, weil die Einnahmen des Bades in den Sommermonaten, vor allem, wenn es kein richtiger Sommer war, nicht reichen. Um die Einnahmesituation zu verbessern, also mehr Gäste ins Bad zu bekommen, fordert der Stadtrat schon länger eine Erhöhung der Attraktivität des Freibades.

Tangermünde – Einige Maßnahmen wie intensivere Werbung, Sitzgelegenheiten und die Verbesserung der gastronomischen Versorgung sind bereits erfolgt. Sie führten jedoch nicht zu einer wesentlichen Steigerung der Besucherzahl. Am Mittwochabend legte die Fraktion der AfD im Betriebsausschuss deshalb zwei Beschlussvorlagen (BV) zur weiteren Erhöhung der Attraktivität vor, die nach ausgiebiger Diskussion unter den Mitgliedern des Betriebsausschusses, geleitet von Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos), aber abgelehnt, oder vom Antragsteller zurückgezogen wurden. Zurückgezogen wurde die BV zur Errichtung einer Freifläche für die gastronomische Betreuung, weil sie inzwischen bei den Stadtwerken in Planung ist. Sie war schon während der Saison vorbereitet worden, wegen der Corona-Pandemie aber nicht verwirklicht worden. Am Freiflächenaufbau, der auch einen Straßenverkauf möglich machen würde, soll sich aber auch der Gastronom beteiligen, was der jetzige Pächter ablehnte, weshalb sein Vertrag gekündigt wurde. Der Freiflächenaufbau ist also in Arbeit und braucht daher nicht neu beschlossen zu werden.

Die zweite BV, ein Konzept zur Steigerung der Attraktivität und damit einem möglichen wirtschaftlichem Aufschwung des Freibades, wurde zurückgewiesen, weil es „nicht mehr aktuell“ ist, „schon vom Datum her.“ Dabei handelte sich um ein altes, überarbeitetes Vorhaben, das zwar „nur als Grundkonzept und für eine Finanzplanung gedacht ist“, sagte Dirk Schulz (AfD), aber das reichte den Ausschussmitgliedern nicht, zumal auch hier „schon weiterentwickelte Gedanken und Preise existieren“, die aus Gesprächen mit dem Stadtwerkeleiter resultieren, sagte Christine Pfaff (SPD/Linke). Eine nochmalige kurzfristige Überarbeitung der BV lehnte der Ausschuss ebenfalls ab. Als Ausschussmitglied Dr. Rudolf Opitz, der die „Aufrüstung“ des Bades zwar begrüßte, aber von einer Studie durch Fachleute zur Gestaltung des Bades sprach, die nicht nur durch mehr Bänke, Spielgeräte, Schwimmtiere, mehr Fahrradständer und eine umfangreiche Gastronomie zu schaffen sind, lenkte auch Schulz ein. Auch er stimmte zu, die vorgelegte BV nicht im Stadtrat am 27. Oktober zu behandeln. Spätestens nach der Saison 2022 soll die neue Konzeption nach Vororttreffen mit Fachleuten erstellt werden. Dennoch bat Stadtwerkeleiter Kai Kentel bereits jetzt um kurzfristige Vorschläge zu möglichen Gastronomen im Bad.

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