Sektion Seniorenrudern lässt Vierer zur Jungfernfahrt zu Wasser

Taufe für Paul Seedorff

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Mit einem ordentlich Schwung aus dem Glas Sekt tauft Bernd Zorn das Boot auf den Namen Paul Seedorff.

Tangermünde. Die Sektion Seniorenrudern des Turn- und Sportvereins Tangermünde (TSV) taufte am Donnerstag ihr erstes Boot. Paul Seedorff heißt es, benannt nach dem erfolgreichen Ruderer der 1930er Jahre aus Tangermünde.

„Es ist ein lange vorbereitetes und herbeigesehntes Ereignis“, sagte Conrad Breuer, Leiter der Sektion Seniorenrudern, in seiner Rede.

Jürgen Rethfeldt, Vorsitzender des TSV und Mitglied der Sektion Seniorenrudern, erklärte, das Boot, Vierer genannt, sei neuneinhalb Meter lang und biete vier Ruderern plus Steuermann Platz. Demnächst solle noch ein Zweier in den Besitz der Sektion übergehen und dann ebenfalls getauft werden.

Zur Taufe kamen nicht nur Mitglieder der Sektion, auch Bernd Seedorff, Sohn des Namensgebers, und seine Frau Angelika sowie der Stadtratsvorsitzende Horst Becker waren dabei. Bevor das Boot seinen neuen Namen erhielt, erinnerte Breuer in einer kurzen Rede alle Anwesenden an den Ruderer Paul Seedorff.

Aufgrund seiner Leistungen nahm dieser erfolgreich an vielen Regatten teil und gewann unter anderem 1937 bei der Regatta in Lübeck den Trave-Pokal. Seedorff sollte sogar 1940 bei der Olympiade in Finnland dabei sein. Diese fand jedoch wegen des Zweiten Weltkrieges nicht statt. Seedorff vertrat damals zusammen mit Hans Deutsch den Tangermünder Ruder-Club auf vielen Regatten und Meisterschaften.

„Es ist ein großes Vorbild, nach dem wir unser Boot benennen wollen“, erklärte Breuer. Mit einer Taufe beginne das Leben auch bei Booten. Dieses Boot habe schon ein langjähriges und erlebnisreiches Bootsleben hinter sich, müsse aber dennoch erst die neue Umgebung und das Elbwasser kennenlernen, erzählte Breuer. Bernd Zorn, Spender des Bootes und ebenfalls Sektionsmitglied, taufte den Vierer zusammen mit Seedorff. Er wünschte dem Boot allzeit gute Fahrt und immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel.

„Wir haben das Boot einem anderen Verein abgenommen und neu hergerichtet“, berichtete Rethfeldt. Sektionsmitglied Klaus Hapke habe sich einen Monat lang persönlich um die Aufbereitung und Lackierung gekümmert. Bevor das Boot mit dem neuen Namen zu seiner Jungfernfahrt zur Hafenspitze aufbrach, ergriff Seedorff die Gelegenheit selbst ein paar Worte an die Anwesenden zu richten. Dabei stiftete er der Sektion zum Dank original Zeitungsartikel seines Vaters aus dessen erfolgreichen Sportlerjahren. Es sei sehr schön, dass das Boot den Namen seines Vaters trägt. Schon allein wegen der Tradition, meinte Seedorff gegenüber der AZ.

Von Manuela Wilk

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