Christtreiben wächst

Tangermünder Weihnachtsmarkt wird grüner: Offene Höfe auch außerhalb der Stadttore

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Weihnachtsmarkt nebst offener Höfe und Brauweihnacht können am zweiten Advent besucht werden.

Tangermünde – Der Anfang wird in diesem Jahr gemacht. Noch nicht alle, doch zumindest die ersten Buden des Tangermünder Weihnachtsmarktes sagen in der bevorstehenden Adventszeit dem Plastik-Geschirr ade.

„Mindestens zwei Stände sind schon auf Tassen umgestiegen“, berichtet Regine Schönberg, Vorsitzende des Hanserings. Alle weiteren müssen im kommenden Jahr folgen.

Denn zu Beginn des Jahres hat der Stadtrat einen Beschluss gefasst, bei öffentlichen Veranstaltungen, wie Märkten und Stadtfesten, Einmalprodukte aus Kunststoff abschaffen zu wollen und bei Trinkgefäßen auf Mehrfachbecher, etwa aus Keramik, Glas oder biologisch abbaubares Material, zurückzugreifen. CDU-Stadtrat Jörg Jensen hatte nach dem Weihnachtsmarkt 2018 das Müllaufkommen kritisiert und zu mehr Umweltbewusstsein gemahnt.

Parallel zur Entscheidung des obersten Gremiums der Kaiserstadt im März, erfolgte zudem ein Beschluss des EU-Parlaments. Das Verbot für Wegwerfprodukte aus Plastik soll im Jahr 2021 in Kraft treten. Wie genau die Umsetzung dann tatsächlich erfolgen solle, sei noch offen. „Wir wissen nicht, wie wir das lösen“, so die Hansering-Vorsitzende.

Die Logistik für die Budenbetreiber sei noch unklar und gestalte sich problematisch. Den Händlern sei bereits angekündigt worden, was auf sie zukomme. Ein Pfandsystem könne natürlich Abhilfe schaffen, fraglich bleibe dann, wie die Becher gesäubert werden. „Da muss die Stadt mithelfen“, bekräftigt Schönberg. Dass das Einfrieren von Wasserleitungen zum Problem werden könnte, wurde bereits während der Mülldiskussion zu Beginn des Jahres von einigen Ratsmitgliedern angesprochen.

Aber noch bleibt allen Beteiligten ein Jahr Zeit. Zunächst gelte es, das aktuelle winterliche Treiben von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. Dezember, über die Bühne zu bringen, merkt Schönberg an. Und für dieses laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Besucher können sich freuen, denn das Gebiet zum Erkunden, Erleben und Bestaunen, wird in diesem Jahr noch größer als im Vorjahr. „Wir gehen vor die Tore der Stadt“, zeigt sich die Hansering-Chefin merklich erfreut.

Zwei der offenen Höfe befinden sich etwas abseits der üblichen Route durch die Innenstadt. Zum einen können sich Weihnachtsmarkt-Gäste auf dem Hof des Aragon-Hotels kulinarisch verwöhnen lassen. Budenzauber mit regionalen Erzeugnissen und auch Bioprodukten herrscht dort vor. Auf dem Gehöft von Familie Hampsen in der Mittelstraße 22 kommen vor allem die Jüngsten auf ihre Kosten. Für Spaß sorgen Kindereisenbahn und Kinderanimation.

Ansonsten halte der Hansering an Traditionen fest. Livemusik gibt es am Freitagabend mit Bodo und Annette. Am Sonnabend spielt „Nobody Knows“ auf der Festbühne auf dem Marktplatz. Zudem merkt Schönberg an, dass das Festzelt von Schulzens Brauweihnacht länger geöffnet habe, als üblich.

VON LAURA KÜHN

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