Carnevalverein lebt noch

Tangermünder Karnevalisten bestellen trotz Sessions-Ausfall Orden

Prinzenpaar mit Orden Dennis I (Sandomirski) und Andrea II (Mantel), vor Präsidenten Knut Oldenburg, dem Vereinsvorsitzenden Hartmut Thomas (li.)und dem Vizepräsidenten Michael Brandt.
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Prinzenpaar mit Orden Dennis I (Sandomirski) und Andrea II (Mantel), vor Präsidenten Knut Oldenburg, dem Vereinsvorsitzenden Hartmut Thomas (li.)und dem Vizepräsidenten Michael Brandt.

Tangermünde – Im Februar 2020 hieß es bei der ersten Prunksitzung der Session 2019/20 noch „Humor, Klamauk und Narretei-recycelbar und schadstofffrei“, aber schon bald war die gute Stimmung vorbei.

Im Frühherbst des vergangenen Jahres ahnten die Mitglieder des Tangermünder Carnevalvereins (TCV) bereits, dass es mit der Session 2020/21 wohl nichts werden wird, weil die Corona-Pandemie an Stärke beziehungsweise Umfang zunahm.

Im Sommer hatten die Tanzgruppen noch angefangen zu proben, aber schon zum 11.11. rückte der Bürgermeister den Stadthaus-Schlüssel nicht mehr raus, womit auch der Trubel vor dem Rathaus nach dem obligatorischen Umzug durch die Stadt ausfallen musste. Im Oktober tagte der Vorstand mit den Mitgliedern des Vereins noch einmal, aber die neue Saison war nicht mehr zu retten, weil sich abzeichnete, dass die Pandemie im Februar 2021 noch nicht vorbei sein wird.

Das bedeutete natürlich auch, dass es keine Einnahmen geben wird. Auf neue Kostüme konnte man noch verzichten, aber auf den obligatorischen Faschingsorden wollte man das nicht, zumal seine Herstellung und Vergabe während der Prunksitzungen seit 1991 Tradition ist. Auch er sollte keine Lücke in die inzwischen sogar schon 42. Session reißen, drückt sein Erscheinungsbild doch immer Heimatgeschichte aus, obwohl seine Stückzahl in diesem Jahr natürlich geringer ausfällt, nur Mitglieder des TCV bekommen ihn. In diesem Jahr zeigt er neben dem Clown-Gesicht und Narrenkappe mit Stadtwappen nämlich den Stadtzu- und Abgang „Putinnen“, eine mit einem Turm überbaute Treppe zu einem vorgelagerten Hügel mit Elbblick, von dem aus wahrscheinlich im Mittelalter auch die nahe gelegene „Rossfurt“ verteidigt wurde.

Auf diesem Hügel trafen sich nun am Samstag standesgemäß Vorstand und Prinzenpaar des TCV, um wegen der gescheiterten Session wenigstens ihren neuen Faschingsorden über die Presse vorstellen zu können. Nach der Proklamation des Ordens drehte Denise Müller, die eigentlich Tänzerin der Girls-Gruppe „Mama Mia“ ist, noch ein Video, das ab sofort bei Instagram zu sehen ist. Für „Rosenmontag“ ist ein weiteres Video geplant, über deren Inhalt man sich wegen der verkorksten Saison aber noch nicht im Klaren ist.

Jetzt setzen die „Narren“ alle Hoffnung auf die Saison 2021/22. (gk)

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