Der Hafenmeister hat viel zu tun / Büro ist von 16 bis 20 Uhr besetzt

Tangermünde: Touristen bleiben der Kaiserstadt auch bei Regen nicht fern

Ein Überdachtes Feldbett steht am Hafen in Tangermünde.
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Wer ein überdachtes Bett hat, kann trotz Regen auf ein echtes Zelt verzichten.
  • VonGünther Krach
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Trotz Regenwetter gibt es in Tangermünde immer viel zu tun: Die Touristen lassen sich von ein paar Tropfen nicht vom Besuch der Kaiserstadt abhalten.

Tangermünde – Die Monate Juli und August sind die Zeit, in der die meisten Menschen verreisen, was sowohl mit der Ferienzeit als auch mit dem angenehmsten Wetter zusammenhängt, jedenfalls meistens. Im Moment ist das schon mal nicht der Fall. Regen und kalte Luft aus dem Norden überzieht gegenwärtig Sachsen-Anhalt. Den Urlauberstrom scheint das aber kaum zu beeinflussen. In der Innenstadt sind viele Touristengruppen zu sehen, mit Bussen angereist oder privat mit dem Pkw, später geführt von Stadtbilderklärern, von denen sicher auch etliche die Hotel- und Pensions-Zimmer der Kaiserstadt belegen. Beide Wohnmobilstellplätze sind so gut wie ausgebucht, auch über die Wochenenden hinaus.

Profitieren von diesem Urlauberstrom kann auch der Tangermünder Wassersportverein (TWV), ansässig am Hafenende. Täglich reisen neue Gäste an, viele bleiben auch länger, sie kommen per Boot, Wohnmobil oder mit dem Fahrrad. Mehr Boote als in den anderen Monaten kommen eben wegen der Ferienzeit, aber auch, weil die Elbe im Moment genug Wasser mit sich führt. Unter den Wohnmobilfahrern hat sich herumgesprochen, dass die Kaiserstadt nun extra ihren sogenannten Zirkusplatz für sie geöffnet hat, damit kein „Camper“ weggeschickt werden muss. Mit dem Fahrrad kommen viele über den Elbe-Radweg, der direkt an Tangermünde, ja am Vereinsgelände des TWV, vorbeiführt.

Im Gespräch mit einem „Hafenmeister“, der im Wochenwechsel von den Vereinsmitgliedern gestellt wird, war einiges über den Ablauf der Gästebetreuung zu erfahren.

Um 16 Uhr, wenn der Hafenmeister seinen Dienst bis 20 Uhr antritt, stehen schon etliche Gäste vor seinem „Büro“, war zu erfahren. Liegen die Boote richtig am Gästesteg, die Wohnmobile auf den vorgesehenen Stellplätzen und haben die Fahrradtouristen ihr Zelt an der richtigen Stelle aufgebaut, muss er nur noch die entsprechende Gebühr dafür kassieren und ihnen den Schlüssel für die sanitären Anlagen aushändigen, der auch den Zutritt zum Vereinsgelände und dem Müllhäuschen garantiert. Ein Hinweis auf den Besuch der „schönsten Kleinstadt Deutschlands“, inklusive Stadtplan, sowie auf die mögliche gastronomische Betreuung in der Stadt oder der Vereinsgaststätte werden an Gäste gegeben, die das erste Mal in der Kaiserstadt sind. „Wer kein Fahrrad dabei hat, kann das im TWV ausleihen, genau wie einen luftbereiften Karren, mit dem ein Hobbykapitän in Kanistern Sprit für sein Boot von einer nahen Tankstelle holen kann“, war vom Hafenmeister noch zu erfahren. „Ach so, wer länger bleibt, kann hier sogar seine Wäsche waschen“, fiel dem Hafenmeister noch ein. „Viele Wohnmobilfahrer auf den großen Plätzen am Tanger fragen deswegen beim TWV nach, ob sie hier stehen können, was aus Kapazitätsgründen aber nicht möglich ist, obwohl der Verein die Ein-nahmen gut gebrauchen könnte“, sagte der Hafenmeister noch. Bekannt ist aber inzwischen, dass der Platz am Tanger „aufgerüstet“ werden soll.

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