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Tangermünde: Teurere Fähre zieht Kreise

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Von: Marco Hertzfeld

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Die Fähre Ferchland-Grieben setzt über die Elbe.
Graue Wolken über Fähre und Fluss: Das erklärte Ziel zweier Landkreise und der vier Anliegergemeinden lautet, die Fähre Ferchland-Grieben zukunftstauglich über die Elbe setzen zu lassen. Nun könnte es aufs Neue eng werden. © Imago

Tangermünde will offenbar die höheren Zuschüsse für die Fähre Ferchland-Grieben nicht einfach abnicken. Die Elbestadt könnte sogar die Reißleine ziehen.

Stendal / Tangermünde – Stendals Landrat Patrick Puhlmann (SPD) hatte die schlechten Nachrichten aus Burg im Dezember in den Kreistag getragen. Nun erreicht die Forderung nach mehr Geld für die Fähre Ferchland-Grieben ganz offiziell auch den Stadtrat von Tangermünde. Und womöglich steht dort Krach ins Haus. Denn: Ganz offensichtlich soll eine Verdopplung des Zuschusses von jährlich 4500 Euro auf 9000 Euro nicht so einfach durchgewinkt werden. Die Stadtverwaltung empfiehlt, bei der bisherigen Regelung bis 2025 zu bleiben. Ob das altmärkische Stadtparlament einer stärkeren Finanzspritze zustimmt, wird sich zeigen müssen. Eine entsprechende Beschlussvorlage liegt für den 25. Januar vor.

Zuschüsse sollen sich verdoppeln

Der Landkreis Jerichower Land sieht die vereinbarten Zuschüsse an den Fährbetreiber, die Nahverkehrsgesellschaft des Landkreises Jerichower Land (NJL), für nicht auskömmlich an. In dem Schreiben aus Burg ist die Rede von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 95.000 Euro, der eigenständig kompensiert werde. Für die Zukunft sollten aber die Beiträge aller angepasst werden, für 2023 statt der bisher insgesamt 38.000 Euro seien 76.000 Euro vorgesehen. Im Klartext: Die beiden Nachbarlandkreise steuern jeweils 20.000 Euro bei, die Einheitsgemeinden Elbe-Parey und Jerichow auf rechtselbischer Seite sowie Tangermünde und Tangerhütte auf linkselbischer Seite jeweils 9000 Euro.

Jerichower Land zahlt schon drauf

Politik und Verwaltung in Tangermünde könnten sich mit dem Rücken zur Wand stehen sehen. Die öffentlichen Kassen befinden sich ob der Folgen des Ukrainekrieges und anderer Herausforderungen erheblich unter Druck. Der Landkreis Stendal kämpft mindestens mit einem Minus im zweistelligen Millionenbereich. Ob der avisierten hohen Kreisumlage haben die Tangermünder ihre Haushaltsplanung über den Haufen geworfen (die AZ berichtete). Und noch einmal: Die Verwaltung der Elbestadt sieht bei der Fährvereinbarung kaum bis keinen Spielraum. „Wir sind verlässlich und stehen zu unseren Verpflichtungen, auch wenn es im Hinblick auf den Haushalt sehr schwerfällt. Höhere Zuschussforderungen sind nicht realisierbar.“

Tangermünde denkt auch an Reißleine

Neben dem Festhalten an der bisherigen Vereinbarung zeigt das Haupt- und Personalamt zwei weitere Möglichkeiten auf: Zustimmung zu einer neuen Vereinbarung (mit höherem Zuschuss) oder eben Kündigung der Vereinbarung. Wie sich die zweite altmärkische Kommune, Tangerhütte, positionieren wird, muss sich zeigen. Grieben liegt in ihrem Gebiet. Zur Erinnerung: Die Fähre setzte jahrelang unter wachsenden Problemen über, die Gemeinde Elbe-Parey fühlte sich mit den Kosten alleingelassen. Rettungsversuche scheiterten. Im Sommer 2020 wurde der Betrieb eingestellt. Im Mai 2021 ist der Eigentümerwechsel besiegelt worden und im Spätsommer desselben Jahres ging es neu los.

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