Beschilderung an Rad- und Gehwegen entfällt

Die Straßen entlang

Noch kann es für das Fahren auf der Straße neben einem ausgewiesenen Radweg von der Polizei ein Verwarngeld geben. Foto: Krach

Tangermünde. Autofahrer müssen sich in Tangermünde von der kommenden Woche an auf eventuell mehr Fahrradfahrer auf den Straßen einstellen. Denn ab Montag, 30.

Juli, werden die im Hafenbereich, an der Linden-, Stendaler, Arneburger und Lüderitzer Straße sowie an der Kirschallee befindlichen Verkehrszeichen „Radweg“ und „Geh- und Radweg“ entfernt.

Bisher unterlag der Radfahrer mit dieser Beschilderung einer sogenannten Redwegbenutzungspflicht. Er war also gezwungen, die vorhandenen Radwege zu nutzen. „Wer trotz dieser Verkehrszeichen auf der Straße fuhr und von der Polizei erwischt wurde, musste sogar mit einem Verwarngeld rechnen“, erklärt Michael Classe von der Tangermünder Stadtverwaltung. Für den Radfahrer bedeutet das im November 2010 gefällte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts mehr Spielraum. Er kann wählen zwischen Radweg und Straße. „Doch aus Sicherheitsgründen sollten sich die Radfahrer schon sehr gut überlegen, wo sie fahren“, sagt Classe.

Die Radwegbenutzungspflicht gilt laut Straßenverkehrsordnung nur dort, wo eine besondere Gefahrenlage vorhanden ist oder bei besonders hohem Verkehrsaufkommen. „Die letzte Verkehrszählung an der Lindenstraße ergab zum Beispiel einen Wert von 8000 Fahrzeugen pro Tag, die Grenze liegt allerdings deutlich höher, nämlich bei 12 000“, erläutert der Sachgebietsleiter.

Eine Ausnahme macht die Stadtverwaltung übrigens an der Arneburger Straße. Dort wird es im „außerorts-Bereich“, also hinter der Ortstafel in Richtung Elbebrücke, auch weiterhin einen kombinierten Geh- und Radweg geben. Ansonsten bleiben die Radwege, ob mit oder ohne Beschilderung, als solche bestehen. In der alten Hanse- und Kaiserstadt „deutlich an der roten Pflasterung zu erkennen“, gibt Classe an.

Zwischen 30 und 40 Verkehrsschilder wird der Bauhof bis Freitag, 3. August, von den genannten Tangermünder Straßen entfernen und die Wege wieder herrichten, weil auch die Bodenverankerungen durch die Mitarbeiter beseitigt werden. „Die Schilder werden dann aber beim Bauhof eingelagert. Schließlich weiß man ja nie, wann und wie sich die Rechtslage wieder ändern wird“, gibt Classe zu bedenken.

Von Berit Wagner

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