Weidmänner heben Baue in der Hegegemeinschaft Langensalzwedel aus

Mit Steinadler „Hoya“ auf Fuchsjagd

+
Der Falkner Oliver Peipe aus Rathenow war mit Steinadler „Hoya“ angereist. Das Tier schlug fliehende Füchse – eine historische Jagdform.

kah Langensalzwedel. Jäger und Teckelführer aus Gardelegen und dem Raum Tangermünde haben sich nun zu einer Baujagd in der Hegegemeinschaft Langensalzwedel getroffen. Der „Star“ der Jagd: Steinadler „Hoya“.

Fuchs, Dachs, Marderhund und Waschbär waren die Ziele der Weidmänner.

Neben Hoya fieberten acht Teckel und ein Terrier dem Jagdeinsatz entgegen. Der Adler wurde durch den erfahrenen Falkner Oliver Peipe aus Rathenow zur Beizjagd auf Fuchs und Hase ausgebildet. Schon in früheren Jahren hatte er die Teckelfreunde bei der Baujagd unterstützt: Sein Steinadlermännchen „Artur“ hatte über 50 Füchse erbeutet.

Die Baujagd mit dem Hund sowie die Beizjagd mit Greifvögeln sind historische Jagdarten, die in der heutigen Zeit fast verschwunden sind. Der Teckel hingegen wurde speziell für die Baujagd gezüchtet. Er muss unter der Erde in Dunkelheit in einem ungekannten Bau das Raubwild in den Röhren finden, verbellen und versuchen, es aus dem Bau zu scheuchen, damit der Jäger es erlegen kann.

Bei dieser Jagd hatte der eineinhalbjährige Rauhaarteckel „Aaron von den Elf Quellen“ mit seinem Führer Peter Fizia aus Jerichow seinen großen Einsatz. Zwei Stunden lang arbeitete er in einem großen Bau am Raubwild. Der Bau musste aufgegraben werden, drei Waschbären wurden erlegt. Diese Kleinbären gelten als Schädlinge.

Die Jäger haben eine bunte Strecke zusammengebracht. Ein verletztes Reh musste erlöst werden.

Als „Augenschmaus“ bezeichnen Jäger die Kombination der alten Jagdarten Bodenjagd mit dem Teckel und Beizjagd mit dem Adler. Der Jagdflug des Steinadlers auf den Fuchs, der vor dem Hund aus dem Bau springt, sei für viele ein einmaliges Erlebnis, heißt es aus der Jägerschaft. So auch diesmal, als „Hoya“ einen flüchtigen Fuchs im rasanten Flug mit seinen Fängen ergriff und ihn „mantelte“ – also mit den ausgebreiteten Flügeln abdeckte. Daraufhin eilt dann der Falkner zum geschlagenen Fuchs und tötetet ihn mit seinem Stilett. Der Adler bekam seine „Atzung“, sprich Futter und wurde somit für seinen Beuteflug belohnt.

Am Nachmittag trafen sich dann Jäger und Hundeführer zur Auswertung der Jagd: sechs Füchse, drei Waschbären, eine Nutria und ein Reh. Das Reh musste von seinen Qualen erlöst werden, da es sich im Jagdgebiet in einen Zaun verfangen hatte und schwer verletzt war. Das Raubwild wird nun in Stendal auf Krankheiten und Parasiten untersucht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare