Varianten diskutiert / Bauausschuss berät über Schuldach und begrüßt weitere Hundetoiletten

Stadtmauer-Lücke: Zaun soll weg

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Der desolate Zaun steht schon seit knapp 50 Jahren und neigt sich stark. Er ergänzt die fehlenden 38 Meter Stadtmauer im Bereich der Tangermünder Mauerstraße. Als Ersatz sind ein schmiedeeiserner Zaun oder eine Mauer aus Feld- bzw. Ziegelsteinen im Gespräch.

Tangermünde. Mit der Vor-Ort-Besichtigung für ein relativ kleines Bauvorhaben begann die erste Beratung des Tangermünder Bauausschusses in diesem Jahr. Im Fokus stand die alte Stadtmauer, vielmehr das nicht mehr vorhandene Stück davon.

38 Meter fehlen im Bereich Mauerstraße nahe der Comenius-Grundschule. Ein desolater Zaun ersetzt seit mehr als 50 Jahren das fehlende Stück Stadtmauer. Dieser Zaun sei nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht für eine Touristenstadt „unmöglich, zumal er sich bereits stark neigt“, wie Timo Schönwald formulierte. Der Zaun sei auch eine Gefahr für die Schulkinder, weil einige ihn überklettern.

Vier mögliche Varianten eines Ersatzes wurden in der anschließenden Diskussion im Stadthaus erörtert: Ein schmiedeeiserner Zaun, mit oder ohne Zwischenpfeiler, eine Mauer aus Feldsteinen mit Drahtkorb (Gabionen) und eine echte Mauer aus Ziegeln im Klosterstein-Format, aber nur einen Meter hoch, waren im Gespräch. Eine erste Abstimmung ergab ein Patt zwischen der Steinmauer und dem schmiedeeisernen Zaun mit Pfeilern. Der Stadtrat muss nun entscheiden. Im Haushaltsplan finden sich für dieses Vorhaben nur 20 000 Euro, was nur für einen Zaun mit Pfeilern reichen würde; eine richtige Mauer mit neuem Fundament koste mehr als das Doppelte, hieß es.

Über den Stand der Erfüllung des alten und des neuen Haushaltes informierte Dr. Wilhelm Peters. Beide weisen, wie der Kämmerer schon in den anderen Ausschüssen erwähnt hatte, noch Defizite aus. Die Ausschussmitglieder wollen bis Mitte Februar weitere Vorschläge für den neuen Plan machen.

Einigkeit herrschte bei der Bestätigung der ersten Änderung des Bebauungsplanes „Dichterviertel“. Dem überarbeiteten Plan aus dem Jahr 2015, der größere Baugrundstücke und eine zweigeschossige Bebauung vorsieht, stimmten alle Ausschussmitglieder zu.

So war es auch beim Vorhaben „Dachneueindeckung Comenius-Grundschule“. Dabei geht es um den mittleren Teil des Daches der Schule, der noch Betonziegel hat. Er soll wie die beiden Dächer links und rechts davon auch eine Biberschwanzziegel-Doppeleindeckung bekommen. 64 000 Euro sind dafür inklusive teilweiser Dachkonstruktionserneuerung eingeplant. In den großen Ferien soll das Vorhaben realisiert werden.

Die Verkehrsführung in der Neuen Straße und Schäferstraße soll so, wie sie vor den Straßenbaumaßnahmen war, bleiben, schlug der Bauausschuss vor. Zur Entlastung der Anwohner der Schäferstraße bleibt der Zugang zur Schule aus Richtung Grete-Minde-Straße erhalten, genau wie die Einbahnstraßen-Regelung.

Begrüßt wurde die Aufstellung weiterer Hundetoiletten in der Stadt. Sechs neue – mit „Abfall“-Behälter und Werbung – sollen zwischen Kirchallee, Stendaler- und Heerener Straße, Zirkusplatz und Bleichenberg stehen.

Von Günter Krach

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