Kreistagsabgeordnete Susanne Bohlander fordert die Freigabe der Elbbrücke für Radler

„Sperrung sofort aufheben“

Freie Fahrt gibt es für die Radfahrer auf der Elbbrücke momentan nicht. Kreistagsabgeordnete Susanne Bohlander fordert in einem offenen Brief an den Landrat Carsten Wulfänger die sofortige Freigabe der Brücke für die Radler auf.

js Tangermünde. Die Sperrung der Tangermünder Elbbrücke für Radfahrer sorgt weiter für Wirbel.

Nachdem der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) von einem „unglaublichen Versagen“ der Planer gesprochen hat (AZ berichtete), meldet sich nun Susanne Bohlander, Kreistagsabgeordnete der Fraktion Die Linke-Bündnis90/Die Grünen zu Wort. Sie hat einen offenen Brief an Stendals Landrat Carsten Wulfänger geschrieben.

Allein die Tatsache, dass der Radweg auf der Brücke nicht genutzt werden könne, stelle Radfahrer bereits vor Probleme. „Wie aber kann es sein, dass die Brücke komplett für Radfahrer gesperrt ist, also auch die Benutzung der Straße für Radfahrer verboten ist“, fragt die Kommunalpolitikerin in ihrem Schreiben. Es handele sich bei der Brücke um eine normale Bundesstraße, die für alle Verkehrsteilnehmer – Autos wie Radfahrer – zugelassen sei. Deshalb müssten selbstverständlich auch Radfahrer diese Brücke nutzen dürfen, fordert Bohlander. „Ich vermute, diese kuriose und für Radfahrer sehr ärgerliche Situation ist ein Missverständnis.“

Das Fahrrad-Verbotsschild am Beginn der Brücke stehe dort, seit es die Brücke gebe. Da der Radweg neben der Straße existiere, soll dieses Verbotsschild wohl Radfahrern eine Orientierung geben und ihnen signalisieren, nicht die Straße zu benutzen, sondern den Radweg, mutmaßt Bohlander in ihrem Brief an den Landrat. „Nun wurde mit den Bauarbeiten begonnen und an diesem Verbotsschild wurde einfach nichts geändert.“ Solange der Radweg wegen der Bauarbeiten gesperrt sei, mache dieses Verbotsschild keinen Sinn, kritisiert die Kreistagsabgeordnete. Bundesstraßen sind für Radfahrer wie Autos zugelassen. „Diese Sperrung der Straße für Radfahrer sollte deshalb umgehend aufgehoben werden“, fordert Bohlander und beharrt, dass die Verantwortlichen entsprechende Maßnahmen ergreifen müssten, um die Straße für die Dauer der Bauarbeiten auch für Radler, sicherer zu machen. Sinnvoll sei eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde und ein Überholverbot.

Für Radfahrer im Alltags- und Berufsverkehr sei der kurze und schnelle Weg über die Brücke unverzichtbar. Da sei es keine Alternative, zehn Kilometer nach Arneburg oder 15 Kilometer nach Grieben zu fahren. Auch Radtouristen müssten die Elbe auf diesem kurzen und bequemen Weg queren können. „Die Bauarbeiten fallen mitten in die Radtourismus-Hochsaison. „Tangermünde ist eine Hauptattraktion auf dem Elberadweg“, stellt Bohlander fest. Der kurze Weg über die Elbbrücke von und nach Tangermünde muss Radtouristen, die nicht auf die zehn bzw. 15 Kilometer entfernten Fähren ausweichen wollen, möglich sein, so die Kreistagsabgeordnete in ihrem Schreiben.

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