Grenze eines „Natura 2000“-Gebietes tangiert Bootshäuser und soll verlegt werden

„Das schmälert die Kaufkraft“

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Damit die Mitglieder von Wassersportverein und Ruderclub weiterhin zu ihren Bootshäusern kommen, soll die Grenze eines dort geplanten Naturschutzgebietes verlegt werden. Das fordert Bürgermeister Jürgen Pyrdok, weil der Wassersport auch touristische Bedeutung für die Kaiserstadt habe.

Tangermünde. Naturschutz kontra Tourismus – so etwa lässt sich die Problematik beschreiben, mit der sich der Tangermünder Ruderclub und der Wassersportverein an die Stadtverwaltung gewandt haben.

Hintergrund ist die geplante Errichtung von Schutzgebieten im Rahmen des teilweise umstrittenen „Natura 2000“-Projektes. Dieses würde allerdings die sogenannte Tangerwiese, die Bootshäuser und die Zufahrtsstraßen zu den Bootshäusern tangieren. Grund genug für Stadtchef Jürgen Pyrdok, eine Verlegung der Schutzgebietsgrenze zu fordern.

„Vorstellbar wäre, die Grenze entlang des Sommerdeiches bis zum Weg hoch in Richtung Tanger zu setzen, sodass der Weg zum wassertouristischen Zentrum und die sogenannte Tangerwiese außerhalb des Naturschutzgebietes liegen“, schreibt Pyrdok in einer Stellungnahme, die auch im Stadtrat der Kaiserstadt am Mittwoch, 31. Januar, beraten werden soll. Für seinen Antrag nennt das Verwaltungsoberhaupt mehrere Gründe.

In einer Stellungnahme der Stadt ist die derzeit geplante Grenze als rote Linie erkennbar.

Zum einen werde der Weg zu den Bootshäusern ganzjährig von den Mitgliedern befahren, zum anderen würden die Steganlagen besagter Bootshäuser vielfach von touristischen Wassersportlern genutzt. Und genau das ist einer der zentralen Argumente Pyrdoks. Denn großflächig gesehen würden die Bootshäuser zum „wassertouristischen Zentrum“ Tangermündes gehören. Auch beteiligt sich die Kaiserstadt am Landesprogramm „Blaues Band durch Sachsen-Anhalt“, welches wassertouristische bedeutsame Orte vernetzen will. Neben Havelberg sei Tangermünde die einzige teilnehmende Stadt nördlich von Magdeburg. „Möglicherweise beeinträchtigen Einschränkungen zur Nutzung des Weges die Attraktivität für Wassertouristen, mit ihrem Boot in Tangermünde anzulegen und das schmälert infolgedessen die Kaufkraft“, befürchtet Jürgen Pyrdok.

Die sogenannte Tangerwiese werde zudem regelmäßig als Parkfläche während städtischer Veranstaltungen genutzt. „Natura 2000“ war bereits Thema in einem politischen Gremium der Stadt. Der zuständige Fachausschuss billigte das Papier. Von Vorsitzenden der Angelvereine habe die Verwaltung erfahren, dass diese Verträge mit Grundstücksbesitzern hätten, um an die Gewässer gelangen zu können. Der Stadtrat hat hier das letzte Wort, Beginn der Sitzung ist um 19 Uhr.

Von Mike Höpfner

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