Wassersportler bereiten Abbau der Schwimmstege vor

Schlammproblem in der Kaiserstadt verlangt nach Kran

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Beim Saisonfinale haben drei Segler aus der Flotte des Tangermünder Wassersportvereins auf der Elbe ihre Runden gedreht.

Tangermünde – Spätestens Mitte Oktober endet beim Tangermünder Wassersportverein (TWV) die Saison. Kurz davor gibt es noch ein gemeinsames Treffen: das „Absegeln“.

Da wird aber nicht nur gesegelt, sondern auch „Abschied“ genommen vom geliebten Element, dem Wasser und von der umgebenden Natur. Der Begriff „absegeln“ stammt aus der Zeit, als der TWV noch Betriebssportgemeinschaft (BSG) „Sektion Segeln“ hieß. Da hatte die Truppe viele Segler, inzwischen dominieren Motorboote.

Und so war es nicht verwunderlich, dass von den etwa acht Segelbooten, die Vereinsmitglieder noch besitzen, beim Finale nur drei in See gestochen sind. Darunter befanden sich zwei 20er mit Harald Schmidt und Michael Mayer an Bord sowie ein 15er-Jollenkreuzer mit Klaus Thöndel. Es gibt noch die Jugendsegelgruppe mit circa zehn Segelbooten, vor allen sogenannte „Optis“, die kleinsten Segelboote. Diese Boote befinden sich wegen des Flachwassers in Elbe und Hafen seit dem Spätsommer in Semlin, um auf dem dortigen See zu trainieren.

Das alles stimmte aber nicht traurig. Schon kurz nach zehn Uhr stachen die drei Segler mit einem oder mehr Helfern in See, begleitet von Seemannsmusik. Klaus Thöndel hatte sogar sein Akkordeon, auch Schifferklavier genannt, dabei. Seine Frau steuerte den 15er-Jollenkreuzer, seine Kinder saßen daneben.

Der Wind reichte gerade, dass die Segler ein paar Runden auf der Elbe drehen konnten. Der Wasserpegel lag dank des Regens etwas höher als zuvor.

Gegen Mittag waren die Segler durchgefroren, aber glücklich wieder am Steg. Inzwischen hatte der Vereinsvorstand für Steaks, Bratwurst und heiße Getränke gesorgt. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht, zumal sich die Gästezahl inzwischen erhöht hatte. Gegen 15 Uhr wurde Kaffee und Kuchen sowie wegen der kühlen Witterung auch Glühwein und Grog angeboten, was sich am Abend, wo noch einmal gegrillt wurde, fortsetzte. Eine Feuerschale sorgte dann für Wärme.

Ganz beendet ist die TWV- Saison aber noch nicht, denn die Boote müssen ja noch an Land, was auch in diesem Jahr wieder ein Problem ist – dem niedrigen Wasserstand geschuldet. Der Slipwagen, auf dem die Boote aus dem Wasser gezogen werden, kann wegen des Schlamms im Hafenbecken nicht weit genug ins Wasser gelangen, weshalb die Boote nicht auf ihn auffahren können, jedenfalls nicht alle, nur die kleinen. Große Boote müssen deshalb wieder per Kran an der Spundwand der Promenade aus dem Wasser geholt werden. Wenn der Wasserstand reicht, werden sie auf ihren Trailer gesetzt und dann per Traktor zum Bootshaus oder in ein Privatquartier gebracht. Das soll noch im Oktober passieren.

Ende des Monats kommt dann auch noch ein Teil der Schwimmstege wieder vorübergehend an Land, womit die Saison endgültig vorbei ist. Erst zu Weihnachten sehen sich die Hobby-Kapitäne des Vereins wieder.

VON GÜNTHER KRACH

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