Elbestadt muss bei Hafenarbeiten mit Ausgabe in Millionenhöhe rechnen

Schlamm lässt die Kosten ausufern

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Das Hafenbecken vom Stauwehr aus aufgenommen. Momentan ist der Wasserpegel hoch, der Schlamm verborgen.

Tangermünde – Das Tangermünder Hafenbecken vom ausufernden Schlamm zu befreien, kann richtig teuer werden. Jürgen Pyrdok (parteilos) kann und will noch keine abschließende Summe nennen. Nur so viel: „Es kann schnell hinein bis in die Millionen gehen.“

Die Analyse einer Fachfirma erreichte das Rathaus kurz vor Weihnachten, umfasst an die 80 Seiten und hat mehrere Varianten zur Auswahl.

„Der Entwurf befindet sich momentan in der hausinternen Prüfung.“ Am Freitag soll es eine weitere Beratung geben. Dass Politik und Stadtverwaltung so oder so grünes Licht geben müssen, davon geht der Bürgermeister im Gespräch mit der AZ fest aus. „Nur die genaue Umsetzung ist offen.“

Bürgermeister Jürgen Pyrdok.

Vor fast zwei Jahrzehnten habe die Stadt den entscheidenden Teil des Hafenbeckens vom Bund gekauft. Bootshaus und anderes mehr sind entstanden. Fördergeld floss. „Der Sportboothafen gehört uns. Wir sind zuständig, ganz eindeutig. Wir haben den Abfalleimer, gleich neben der Schifffahrtsautobahn, bekommen“, sagt Pyrdok spitz und meint damit den Tanger. Der Fluss trage Sedimente ins Hafenbecken, die sich dort übermäßig ablagerten und es nicht bis in die Elbe schafften. Von der Menge her stünden andere anderswo vor ganz anderen Herausforderungen. „Wir sind aber dennoch schon bedient.“

Freizeitkapitäne und Wassersportler haben ihr Domizil im Hafenbereich. Die technische Umsetzung wolle auch deshalb gut überlegt sein. Der Schlamm soll möglichst unkompliziert abgepumpt und in die Elbe abgegeben werden, erläutert Pyrdok. Der Strom trage die Sedimente seines Nebenflusses Tanger dann genauso weiter wie die von anderen. Um wie viele Tonnen es sich insgesamt handeln dürfte, vermag das Stadtoberhaupt auf die Schnelle nicht zu sagen. Wichtiger sei auch: „Wir müssen wirklich sehr gut überlegen, wo wir das Zeug genau hinschütten. Die Arbeit der Schiffswerft darf nicht beeinträchtigt werden.“

Mit der zunehmenden Verschlammung des Hafenbeckens schlagen sich die Elbestädter mindestens schon seit drei Jahren herum. Lange Zeit ging es auch um das bloße Ausbaggern, was nach groben Schätzungen 250.000 Euro gekostet hätte. Aktuell reden Stadt und Fachleute über besagte sogenannte Sedimentversetzung. Mitte Juni vergangenen Jahres reichte der Schlamm bereits bis zum Anlegesteg des Wassersportvereins. Überhaupt ließ der extrem trockene Sommer das Problem offen zutage treten. Sven Schulze, Europa-Abgeordneter der CDU, schaute sich das Elend Ende August an. Damals schienen sich alle einig, eine Patenlösung gibt es nicht. Tangermünde scheint nun seinen Weg gefunden zu haben.

VON MARCO HERTZFELD

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