Es waren mehrere Wölfe

Schafsrisse bei Uchtdorf: Jetzt sollen Herdenschutzhunde her

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Herdenschutzhunde wie dieser Maremmen-Abruzzen-Schäferhund könnten bald für den Schutz der Schafherden des am Wochenende geschädigten Schäfers aus Uchtdorf sorgen.

Uchtdorf. Ein neues Rudel Wölfe bei Uchtdorf? Nach Wolfsangriffen auf ein Rudel eines Sandbeiendorfer Schäfers geht diese Vermutung um. Aber Andreas Berbig von der Referenzstelle Wolf im Biosphärenreservat Mittelelbe ist da skeptisch.

Seine Vermutung: Die Tiere kamen vom Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide. Nun könnten Herdenschutzhunde zum Einsatz kommen.

„Die Jungtiere des Rudels vom Truppenübungsplatz sind erwachsen geworden“, sagt der Experte, „und sie werden so immer mobiler“. Das bedeutet, dass die neun toten Schafe von Uchtdorf auf ihre Kappe gehen könnten.

Neun Tiere sind bei dem Angriff gestorben. Wolfsexperte Andreas Berbig geht davon aus, dass Wölfe sie gerissen haben.

Dass es Wölfe waren, da ist sich Berbig, der selbst vor Ort war, recht sicher. Der Vorfall sei im Wandergebiet der Wölfe passiert, es war nicht der erste Angriff in der Umgebung, und der Ablauf des Angriffs spricht für die neuen heimischen Raubtiere. Vermutlich waren es mehrere Tiere, glaubt Berbig. Aber warum sind es immer so viele Tiere, die auf einmal getötet werden? Schon bei einem Fall bei Walsleben nahe Osterburg wurden in einem Muffel- und Damwildgehege 25 Tiere gerissen. Berbig: „Die Wölfe unterliegen dem Jagddrang. Es kann sein, dass sie deshalb gleich das nächste Tier hetzen.“

So sterben wie in diesem Fall gleich mehrere Schafe, die obendrein langsam und nicht wehrhaft sind. Hinzu kommt, dass sie sich auch in Panik selbst in Gefahr bringen. Die Wölfe fressen dann meist recht wenig des Beutetieres und ziehen recht bald wieder ab. Berbig vermutet, dass sie sich unwohl fühlen in dem ungewohnten Umfeld.

Was alarmiert: Ein Elektrozaun, der dem Schäfer wegen kleinerer früherer Vorfälle extra zur Verfügung gestellt worden war, zeigte keine Wirkung. Möglicherweise sind die Tiere über ihn hinweg gesprungen. Denn manche Wölfe lernen diesen Trick, ebenso wie viele Hunde das Überspringen von Zäunen lernen – oder eben nicht. Aber nun könnte ein Herdenschutzhund helfen: In Kooperation mit Peter Schmiedchen von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe sollen ein erwachsenes Tier und zwei Welpen von einem erfahrenen Schäfer aus Sachsen angefahren werden. Sie sollen helfen, den Wolf von den altmärkischen Schafen fern zu halten.

Von Kai Hasse

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