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Arzt sieht Ende der Pandemie

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Von: Tobias Henke

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Demonstration in Tangermünde von Anhängern der AfD
Etwa 180 Teilnehmer versammelten sich am Montagabend auf dem Marktplatz in Tangermünde, um gegen die mögliche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht zu demonstrieren. © Henke, Tobias

Als dritter Redner auf einer Kundgebung, die sich insbesondere gegen die Pläne zu einer möglichen Impfpflicht richtete, ergriff am Montagabend auf dem Marktplatz in Tangermünde der Mediziner Dr. Klaus Henschel das Wort und fiel dabei mit kontroversen Äußerungen auf. An der Kundgebung nahmen rund 180 Personen teil. Sie wurde von einem Mitglied der AfD angemeldet und die Partei hatte im Vorfeld zur Teilnahme aufgerufen. Es war die erste angemeldete Versammlung in Tangermünde, die Corona zum Thema hatte. Nach drei Redebeiträgen zogen die Teilnehmer noch durch die Stadt.

„Es gibt keine Impfung“, sagte Henschel, ohne für diese Aussage Belege zu liefern. Seiner Auffassung nach wirkt die Impfung nicht, er hält sie sogar für gefährlich. „Wer sich drei oder viermal impfen lässt, der hat danach ein ähnlich geschwächtes Immunsystem wie ein Aidskranker“, behauptete Henschel. Darüber hinaus sagte er, dass die Pandemie im Mai 2020 bereits beendet gewesen sei. Nur aufgrund massenhafter Tests sei der Eindruck entstanden, als bestünde die Pandemie weiter. Die aktuelle Gefahr des Virus wurde von ihm heruntergespielt. „Es hat noch keinen Omikrontodesfall gegeben.“

Vor Henschel ergriffen die beiden altmärkischen Landtagsabgeordneten Ulrich Siegmund und Frank Lizureck das Wort. Inhaltlich gingen beide in eine ähnliche Richtung. Ihre Kritik richtete sich in erster Linie gegen die bereits beschlossene Impfpflicht im Gesundheitswesen und gegen die mögliche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. „Sie werden hier keinen Impfgegner und keinen Leugner finden“, meinte Siegmund mit Blick auf die aus seiner Sicht teilweise unfaire Berichterstattung mancher Medien. Weiter sprach er von einer „schweigenden Mehrheit“, die mit den Argumenten der Demonstranten übereinstimmen würden.

Lizureck betonte, dass es aus seiner Sicht zwingend erforderlich sei, dass jeder selbst darüber entscheiden dürfe, ob er sich impfen lasse oder nicht. Auch er sprach sich ausdrücklich nicht generell gegen die Impfung aus. Unterbrochen wurden die Wortbeiträge immer wieder durch Applaus und Parolen der Demonstranten. Es wurden Sätze wie „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ gerufen. Nach der Versammlung auf dem Marktplatz zogen die Demonstranten, von der Polizei begleitet, mit zahlreichen Trillerpfeifen friedlich durch die Stadt, um auf sich aufmerksam zu machen.

Weitere Versammlungen, darunter auch sogenannte „Spaziergänge“, fanden am Montag in mehreren Städten statt. In Stendal kamen laut Polizeiangaben 373, in Osterburg 115 und in Tangerhütte 39 Teilnehmer.

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