Planung für ein barrierefreies Tangermünde / Lösungen für Salzkirche und Friedhofskapelle

Rampen sollen in der Kaiserstadt Barrieren überbrücken

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Mehrere Stufen müssen überwunden werden, um die Friedhofskapelle zu betreten. Das soll sich durch eine Rampe ändern.

Tangermünde. Für Menschen ohne körperliche Einschränkung ist die eine oder andere Stufe kaum der Rede wert. Ganz anders sieht es bei jenen mit körperlicher Benachteiligung aus.

Wer an den Rollstuhl gefesselt ist, ist nicht nur in seiner Mobilität eingeschränkt, sondern zum Teil auch massiv in seinen Aktivitäten. Die Stadt Tangermünde bemüht sich nun, an diesem Zustand etwas zu verbessern.

Sowohl für die Salzkirche als auch für die Friedhofskapelle gibt es Pläne, diese barrierefrei zugänglich zu machen. Momentan sollen Kostenvoranschläge für Rampen eingeholt werden, teilt Birgit Herzberg, Leiterin des Amts für Öffentliche Ordnung, Kultur und Soziales, auf AZ-Anfrage mit. Doch leider sei die Umsetzung gar nicht so einfach.

Vor der Friedhofskapelle herrscht zwar reichlich Platz für die ansteigende Auffahrt. Allerdings müssen gleich mehrere Stufen überbrückt werden. Die Rampe müsste dementsprechend lang werden, was wiederum hohe Kosten zur Folge hätte.

Auch der Weg zur Salzkirche ist mit Stufen gepflastert. Die technische Ausführung einer Rampe gestaltet sich dort schwierig.

Ganz anders sieht es vor der Salzkirche aus. Dort herrscht ein akutes Platzproblem, was die technische Umsetzung schwierig macht. Von der Tür über die flachen Stufen und den Gehweg bis zum Bordstein gibt es keine besonders große Fläche, um dort eine Rampe aufzustellen. Aber Ulla Matecki, Mitarbeiterin in der Salzkirche, beruhigt, denn auch jetzt schon muss es ohne Rampe gehen: „Hier wird niemand weggeschickt.“ Gäste, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, werden samt Rollstuhl hineingetragen, erklärt sie. Das Innere des Veranstaltungsraumes sei schon jetzt für körperliche Benachteiligungen ausgebaut. Hinter den beiden Eingangsstufen ist der Raum ebenerdig und sogar mit einer Behindertentoilette ausgestattet. „Problematisch wird es mit Elektrorollstühlen“, gibt sie zu bedenken.

Dass das Thema „Barrierefreiheit“ in der Kaiserstadt vorangetrieben wird, ist nicht zuletzt der Interessensgruppe für ein barrierefreies Tangermünde zu verdanken. „Das war schon vorher Gesprächsgegenstand“, gibt Herzberg zu. „Aber durch die Interessensgruppe wurde es noch mal vorangetrieben.“

Während der letzten Hauptausschusssitzung teilte Bürgermeister Jürgen Pyrdok mit, dass auch die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestelle in der Lindenstraße gegenüber dem Diesterweg- Gymnasium ansteht. Auf Anfrage der AZ, teilte die Stadt Tangermünde mit, dass sich die Planung dazu noch ganz am Anfang befände.

Von Laura Kühn

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