Nur Erster bekommt Zuschuss

Radler-Zählstelle in der Kaiserstadt könnte bis zu 15.000 Euro kosten

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Eine Zählstelle nahe der Schleusenbrücke und des Tangerparkplatzes wäre, laut Angaben der Verwaltung eine Möglichkeit. Doch so dicht an der Stadt könnten Anwohner die touristischen Zahlen verfälschen.

Tangermünde – Fahrradtouristen sind keine Seltenheit in der Kaiserstadt. Ganz im Gegenteil radeln sie dank des nahe gelegenen Elberadwegs sehr regelmäßig ein und aus.

Konkrete Zahlen lassen sich derzeit jedoch nicht erheben, denn eine Zählstelle für Radler gibt es derzeit im gesamten Landkreis keine.

Noch nicht. Denn neben der Stadt Arneburg (AZ berichtete) liebäugelt auch die Kaiserstadt mit einer Zählstelle. Nach dem Vortrag von Verwaltungsmitarbeiterin Karoline Kinne beim jüngsten Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus machen die Mitglieder des Gremiums jedoch deutlich: eine Doppelung sollte es nicht geben, schließlich malt nur zuerst, wer auch zuerst kommt.

„Wenn wir zweite sind, dann kriegen wir auch keine Förderung“, bringt Günter Rettig (Ortschaftsräte) es auf den Punkt. Wie Kinne zuvor mitteilte, würde der Landkreis nur die erste Zählstelle mit einer bislang nicht näher definierten Summe bezuschussen. Etwa 6000 Euro könnten auch durch das Programm „Stadtumbau“ bei den Mitteln für Öffentlichkeitsarbeit abgezwackt werden, so Kinne weiter. Dann jedoch müsste die Zählstelle in der Stadt aufgestellt werden.

„Eine Förderung im Stadtzentrum bringt uns ja nun gar nichts“, kritisiert der Ortsbürgermeister von Buch. Wenn, dann sollten doch die Touristen erfasst werden, welche den europäischen Elbradwanderweg nehmen. Björn Malycha (SPD) sieht das ähnlich und macht darauf aufmerksam, dass ein Standort zu nahe an einem Wohnzentrum das Ergebnis durch Anwohner, welche ebenfalls mit dem Rad unterwegs sind, verfälschen würde.

Das Gremium einigt sich darauf, von Kinne überprüfen zu lassen, wie weit die Nachbarstadt mit dem Projekt sei. Sollte es dort weiter fortgeschritten sein, „dann könnte man auch auf die Zahlen von Arneburg zurückgreifen“, so Rettig.

Die elektronische Schleifen, welche die vorbeifahrenden Radler zählen, können sowohl in asphaltierten, als auch unbefestigten Wegen installiert werden. Betrieben werden sie mittels Stromleitung oder Batterie. Eine Ausgestaltung mit Display, welches die Zahlen direkt wiedergibt, ist ebenfalls möglich. Die Kosten könnten sich je nach Wegbeschaffenheit und Ausführung auf 5000 bis 10 000 Euro belaufen, mit Display um die 15 000 Euro, teilt Kinne mit.

VON LAURA KÜHN

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