Interessensgruppe barrierefreies Tangermünde feiert einjähriges Bestehen

Probleme für den Rolli

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Viele Interessierte kamen vorbei, um das einjährige Bestehen der Interessensgruppe für ein barrierefreies Tangermünde mit zu zelebrieren, darunter auch Bürgermeister Jürgen Pyrdok.

Tangermünde. Am liebsten hätte sie den Bürgermeister mit dem Rollstuhl von der Stadtverwaltung abgeholt, erzählt Christine Paschke von der Interessensgruppe für ein barrierefreies Tangermünde. Denn dann hätte Jürgen Pyrdok die Schwierigkeiten in der Kaiserstadt am eigenen Leib erfahren.

Doch auch ohne diesen Exkurs ist Tangermündes Bürgermeister die Problematik Barrierefreiheit bekannt. Beim Stammtisch für ein barrierefreies Tangermünde am Montag waren neben Pyrdok und den eingeschworenen Mitgliedern der Interessensgruppe auch zahlreiche Interessierte, mit und ohne Handycap, anwesend. Denn die Kaffeerunde in der Volkssolidarität stand unter einem besonderen Stern: Das einjährige Bestehen der Interessensgemeinschaft wurde zelebriert.

Barrierefreiheit, so Paschke, ziele nicht nur auf Menschen mit körperlicher Behinderung ab. „Auch Ältere und Muttis mit Kinderwagen sind betroffen.“ Und in Tangermünde gebe es noch reichlich zu tun. Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten und fehlende Absenkungen am Gehweg machen vielen Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu schaffen. Doch auch das Betreten von Geschäften, öffentlichen oder gastronomischen Einrichtungen, sei eine Schwierigkeit.

„Ich finde es richtig, wichtig und wertvoll, dass das Thema angesprochen wird.“, sagt Pyrdok im Gespräch mit der Interessensgruppe. Zukünftige Bauvorhaben und Reparaturarbeiten müssten an die Lebensumstände der Bürger angepasst werden. Leider wisse auch er, wie lang es dauern könne, eine Veränderung in die Tat umzusetzen. Nicht immer seien mangelnde Finanzen Schuld an der Verzögerung, sondern auch die technische Umsetzung sei problematisch.

„Bleiben Sie dran.“, betont Pyrdok. Dass sich das Dranbleiben bereits auszahlt, sehe man an der Planung für die Grete-Minde-Straße. Ohne Einschreiten der Interessensgruppe hätte diese ganz anders ausgesehen.

Auch für ihr zweites Amtsjahr hat die Gemeinschaft bereits Pläne geschmiedet. Ein Aktionsplan soll Klarheit schaffen über jene Plätze in Tangermünde, denen es an Barrierefreiheit mangelt. Zu diesem Zweck soll ein Fragebogen erarbeitet und im Sommer in Umlauf gebracht werden.

Von Laura Kühn

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