Beratung vor Ort / „Müssen den Hafen nutzbar halten“ / Stadt will „technische Lösung“ finden

Problem Schlamm-Insel erkannt

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Die Schlamm-Insel gegenüber den Bootsstegen wird mit dem stetig sinkenden Wasserstand immer größer.

gk Tangermünde. Die Insel aus Schlamm ist wieder da – kurz hinter der Hafenbrücke, im Volksmund Schleusenbrücke genannt. Sie zieht sich bis in den Bereich der Bootsanlegestellen des Tangermünder Wassersportvereins (TWV) einschließlich Gästesteg.

Jetzt ist der Fluss dort nur noch zirka 50 Zentimeter tief. Viele Boote haben aber mehr als einen Meter Tiefgang (AZ berichtete). Eine Lösung muss her, weil es nicht nur um die Boote der Vereinsmitglieder, sondern auch um den Wassertourismus in Tangermünde geht.

Die Marina des TWV und die Stadt Tangermünde sind bekannt und beliebt bei Hobbykapitänen, und das bis Berlin und Hamburg. Das hat nun auch die Stadtverwaltung mit dem neuen Bürgermeister an der Spitze erkannt. „Wenn wir einen Hafen haben, müssen wir ihn auch nutzbar halten“, sagte Jürgen Pyrdok gestern bei einer Beratung mit Kati Erlecke, Leiterin der Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtamtes (WSA) in Tangermünde, und zwei Vertretern des TWV. Der hintere Teil des Hafens inklusive Bootshaus gehört seit ein paar Jahren der Stadt.

Die Beratung beim WSA war für alle Teilnehmer aufschlussreich, zeigte aber auch die Kompliziertheit der Pflege einer Wasserfläche auf, die bis zum Ankauf durch die Stadt in der Verantwortung des WSA lag. Knackpunkt der Beratung war, dass das Hafenbecken alle paar Jahre ausgebaggert werden muss, vor allem der Teil hinter der Hafenbrücke, weil sich dort die Sedimente aus dem Tanger zuerst ablagern. Ältere Tangermünder kennen die Insel hinter der Brücke, wissen aber auch, dass dort in größeren Abständen gebaggert wurde.

Ob das in den vergangenen 20 Jahren im hinteren Teil gemacht worden ist, daran konnte sich gestern niemand erinnern. Deutlich wurde aber, dass es an der Zeit ist, mal wieder etwas zu tun.

Der Stadt gehört zwar die Wasserfläche, die Sedimente kommen aber aus dem Tanger, der Eigentum des Landes ist. Würde der Tanger direkt in die Elbe laufen, hätte die Stadt das Problem nicht. Die Idee, den Schlamm in die Elbe zu pumpen, kam auf, denn das Ausbaggern von womöglich kontaminiertem Schlamm und dessen Entsorgung sind teuer.

„Wir müssen jetzt Schritt für Schritt vorgehen“, fasste Pyrdok die ausufernde Diskussion zusammen. „Wir werden prüfen lassen, ob es sich um kontaminierten Schlamm handelt, und dann mit Hilfe von Frau Erlecke eine technische Lösung einschließlich Leitungsbeschreibung (Entfernungsart, Menge und Lagerorte, d. Red.) finden, um den Schlamm aus dem hinteren Hafenbecken zu bekommen“, sagte er. „Ist das alles geklärt, müssen wir uns um eine Finanzierungsquelle kümmern“, ergänzte er. Das werde dauern, aber es sei ein Anfang, denn das Problem Schlamm würde die Stadt sonst noch Jahre begleiten.

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