Ausschuss stimmt ab

Privatnutzungen im Grete-Minde-Saal sollen entfallen: Geburtstage und Hochzeiten tabu

+
Anfang des Jahres mussten noch loser Putz und Farbe entfernt werden. Jetzt ist der Saal fast fertig.

Tangermünde – Mit den privaten Feiern im Grete-Minde-Saal soll in Zukunft Schluss sein. Zumindest, wenn es nach dem Sozialausschuss geht.

Dieser hat am Montagabend über die neuen Nutzungsbedingungen des Saals im Shalomhaus gesprochen und ist sich schnell einig geworden, dass Geburtstagsfeiern und Hochzeiten in den modernisierten Räumlichkeiten der Vergangenheit angehören sollten.

„Hier wird ein Glanzstück geschaffen“, freut sich Ordnungsamtsleiterin Birgit Herzberg über die Frischekur für den Saal, welche nicht zuletzt durch die Hugo-Meyer-Nachfahren-Stiftung möglich gemacht wurde. Doch eben die Sorge um eine allzuschnelle Abnutzung des „Glanzstücks“ treibt Verwaltung wie Ausschussmitglieder umher und soll den Privatfeiern ein Ende machen.

Denn in der Vergangenheit seien immer mal wieder Schäden im Saal aufgetreten, äußert Herzberg besorgt – vor allem nach Privatfeiern jüngerer Anwohner. Verschmutzungen des Bodens, ein zerstörter Spiegel, sicher auch mal etwas kaputtes Geschirr habe es gegeben. Selbst Hand anlegen, um die Räumlichkeiten ins Reine zu bringen, musste auch Ausschussvorsitzende Hildegard Wynands schon.

Den „Musikunterricht mal anders“ konnten die Schüler im September noch im alten Saal erleben.

„Es hat alles geklebt“, schließt sich die Christdemokratin an und stellt sich ebenfalls gegen die Privatnutzung. Fraktionskollegin Reinhild Häusler stimmt mit ein, dass auch eine Einweisung der Fahrzeuge erforderlich sei. „Da geht es quer übers Grün.“ Bei vereinsgebundenen Veranstaltung sieht die Bauausschussvorsitzende, welche vertretungsweise das Gremium ergänzt, hingegen weniger Not. „Es sind Leute vom Verein da, die auch aufpassen. Das hat man bei privaten Feiern ohne Aufsicht nicht“, so Häusler weiter.

Shalomhaus-Leiter Stefan Mettner ist mit der Übergabe und Rücknahme des Saals bei Veranstaltungen vertraut. Aufwand und Zeit für den Träger seien dabei nicht zu unterschätzen. Während die Schlüsselübergabe in etwa 30 Minuten über die Bühne gebracht werden könnte, sei die Rücknahme wesentlich zeitintensiver. Eine Bestandsaufnahme müsse erfolgen. Anlagen und Möbel kontrolliert werden. „Und das Mobiliar ist immer Thema. Wir haben oft Defekte an Tischen“, resümiert Mettner.

Auch auf einen zweiten Punkt macht Herzberg aufmerksam: „Wir greifen damit in das Gastgewerbe ein“, mahnt die stellvertretende Bürgermeisterin. Mit der Vermietung des Saals würde Gastwirten Gewinn streitig gemacht und eine Konkurrenzsituation aufgebaut. Dabei gebe es in der Kaiserstadt zahlreiche Alternativmöglichkeiten für private Festivitäten – nicht zuletzt auch in den Ortsteilen in Form der Dorfgemeinschaftshäuser.

Zu guter Letzt sei der Saal in erster Linie auch für die Kinder- und Jugendarbeit sowie für städtische Vereine vorgesehen. Herzberg erklärt, dass der Raum, wenn das neue Hortgebäude steht und die Kapazitäten für die Kinderbetreuung aufgerüstet werden, gerade auch bei schlechtem Wetter als Ausweichmöglichkeit für den Hof herhalten könnte. Den endgültigen Beschluss über die künftige Nutzung soll der Stadtrat noch im Mai treffen.

Aufatmen können aber Hochzeitspaare und Geburtstagskinder, die die Räumlichkeit schon lange im Voraus gebucht haben. Ihre Feiern sollen noch wie geplant stattfinden können, heißt es. Neuanmeldungen aber werde die Stadt nicht mehr annehmen, hat sich jedenfalls der Tangermünder Stadtratsausschuss geeinigt.

VON LAURA KÜHN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare