Parteien in Tangermünde diskutieren erste Ideen zur Bürgermeisterwahl 2015

„21 und nicht vorbestraft“

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Im Tangermünde Stadthaus wird im Sommer 2015 ein neuer Leiter einziehen. Die Parteien führen erste inoffizielle Gespräche, wer Kandidat werden könnte.

Tangermünde. Als Lokalpolitiker ist Dr. Rudolf Opitz auf der Zielgeraden.

In vermutlich einem halben Jahr wird in der Kaiserstadt ein neuer Bürgermeister gewählt, und im Sommer schließlich wird Opitz dann nach einem knappen Vierteljahrhundert die Zügel des Rathauses in Tangermünde abgeben.

In großer Erwartung auf das Arbeitsende ist Opitz „im Augenblick nicht grad“, sagt er, die alltäglichen Geschäfte zerren an ihm. Bis zum 7. Juli wird er arbeiten. Große Pläne für die Zeit danach hat er nicht. Er hat ein großes Haus, einen großen Garten, daran will er werkeln. „Wenn das alles bewältigt ist, wird es ein paar Reisen geben“, kündigt er an. Ein Nachfolger, meint er, sollte Erfahrung mit der Verwaltung haben, also kein kompletter Quereinsteiger sein. Und was er rechtlich mitbringen muss: „Mindestens 21 und nicht vorbestraft“, so Opitz.

Das trifft etwa auf Thomas Staudt zu. Die Frage, ob der Chef der CDU-Fraktion im Stadtrat eventuell selbst in den Ring steigen will, lässt er nach zwei Denksekunden offen mit dem Satz „Man macht sich sicherlich seine Gedanken.“ Innerhalb der Christdemokraten gebe es durchaus erste Überlegungen, aber noch keine offiziellen Tagesordnungspunkte bei Gesprächsterminen. Wichtig sei der CDU, dass es jemand sein muss, der aus der Kaiserstadt selbst kommt. „Wir werden auch einen finden“, so Staudt zuversichtlich.

Für Regine Schönberg, die für die SPD spricht, wäre mit der Heimat in Tangermünde schon ein wichtiges Kriterium erfüllt. „Es muss ein Tangermünder mit Herz und Seele sein“, sagt sie. Er müsste die gute Arbeit von Opitz, gerade was den wirtschaftlichen und touristischen Ausbau angeht, weiterführen. Bisher hätten auch die SPD-Mitglieder zwar erste Gedanken ausgetauscht, hätten aber noch keine Ergebnisse. „Es ist in der Schwebe“. Schönberg weiß, dass die CDU eine stärkere Basis hat als die Sozialdemokraten. „Aber ein CDU-Kandidat sollte nicht einfach deshalb Bürgermeister werden. Ich erwarte, dass es auf jeden Fall ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird.“ Die Frage, ob ein Kandidat auch aus dem Stadtrat kommen könne, bejaht sie klar. „Es wird viel spekuliert“, meint sie.

Günter Rettig, Chef der Wählergemeinschaft Ortschaftsräte, hat ebenfalls den Anspruch, einen Kandidaten aufzustellen: „Wir werden in den Ortsteilen einen eigenen Bewerber suchen“, meint er. Klar ist bereits jetzt: „Von den fünf im Stadtrat wird es keiner werden“, meint er, sie seien meist zu alt. Darunter sind Wahlkampf-Veteranen: Dieter Melzer war schon mal gegen Opitz angetreten, Rettig selbst als Landrats-Kandidat. Ein Kandidat müsse aus seiner Sicht, auch die Belange der Ortschaften in der Einheitsgemeinde stärken. Ein neuer Chef im Stadthaus werde es nicht leicht haben, mehrere Punkte stören Rettig, unter anderem „habe ich das Gefühl, dass man sich kapputtspart“, und dass es immer weniger Ansprechpartner in der Verwaltung gebe.

Von Kai Hasse

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