„Nicht auf der Stelle treten“

Tangermündes Stadtmarketing bleibt ein Streit-Thema

Das Neustädter Tor ist, wenn überhaupt, nur über eine steinerne Wendeltreppe zu erklimmen. Auch hier soll ein „Bildschirm“ Abhilfe leisten.
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Das Neustädter Tor ist, wenn überhaupt, nur über eine steinerne Wendeltreppe zu erklimmen. Auch hier soll ein „Bildschirm“ Abhilfe leisten.

Nach der Beratung des Entwurfs des Haushaltsplanes im Bauausschuss in der vergangenen Woche durchlief das Zahlenwerk am Montag den Wirtschafts- und Tourismusausschuss. Es war der einzige Tagesordnungspunkt, aber die Diskussion war umfangreich.

Tangermünde – Brachten die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstag noch relativ viel Verständnis für den coronabedingt stark gekürzten Haushaltsansatz auf, war das am Montagabend anders. Streit entzündete sich vor allem an der Umsetzung des im Oktober beschlossenen Marketing-Konzeptes der Stadt.

Kämmerin Dana Hinz hatte die Vorhaben aufgelistet, die vorrangig das Standbein „Tourismus“ betreffen: Dazu gehören die Instandhaltung der Denkmale und der Museen inklusive ihrer mittels Fördermittel realisierten digitalen Ausrüstung. Aber auch die Blumenkübel auf der Promenade, der Wohnmobilstellplatz sowie die Planungen des Burgfestes und des Elbdeich-Marathons wurden angesprochen.

Nachdem die Ausschussvorsitzende Hildegard Wynands die Diskussion eröffnet hatte, bemängelte Frank Döbbelin (Fraktion CDU), wie schon im Bauausschuss, die fehlende Umsetzung des Stadtmarketings. „Kein Geld und keine Planstellen, wie eigentlich im Konzept gefordert, sind zur Durchsetzung des Marketingkonzeptes im Plan enthalten“, kritisierte er.

Lange Liste von Vorhaben

Dem schloss sich Thomas Staudt (CDU) an und erinnerte an die jahrelange Arbeit, darunter auch zahlreicher Arbeitsgruppen, zur Durchsetzung der beschlossenen Konzeption. „Das hat auch Geld gekostet. Machen wir jetzt nicht weiter, treten wir auf der Stelle und die Mitglieder der Arbeitsgruppen verlieren ihre Motivation“, ergänzte er.

Marina Wienecke (Freie Stadträte) war „auch für die Durchsetzung der Konzeption“, erinnerte aber daran, dass es sich um eine freiwillige Aufgabe handele, die deshalb „mit der gegenwärtigen Haushaltslage nicht realisierbar“ sei.

Dem schloss sich Björn Malycha (SPD) an. Er sieht angesichts der aktuellen Haushaltslage keine Möglichkeiten für einen angedachten Kredit, die Schaffung von Planstellen bei der Stadtverwaltung oder einer weiteren GmbH – Sachverhalte, die Kämmerin Dana Hinz auch bestätigte. „Welchen Beitrag leistet eigentlich der Altmärkische Regionalmarketing- und Tourismusverband“, stellte Malycha noch in den Raum.

Schwerpunkt auf die Wirtschaft legen

Michael Siegmund (Freie Stadträte) plädierte für die Stärkung der Wirtschaft als des Tourismus, ohne den touristischen Teil grundsätzlich infrage stellen zu wollen. Regine Schönberg forderte dagegen, die Stadtverwaltung möge sich selbst weitere Sparmaßnahmen auferlegen.

Hildegard Wynands versuchte als Ausschussvorsitzende, der Diskussion eine Richtung zu geben und fasste zusammen: „Das Standbein Tourismus muss erhalten bleiben, auch weil es schon viel Geld gekostet hat und noch kosten wird“, sagte sie. Für die nächsten Jahre sieht sie „wegen der Nachwirkungen der Pandemie kaum eine Chance auf Besserung“, was auch für andere Vorhaben wie etwa den Hafenschlamm zutreffe.

Gründung weiterer GmbH untersuchen

Als Quintessenz des Abends wurde die Verwaltung beauftragt, eine externe GmbH wie bei der WBVG zu untersuchen. Einig war sich der Ausschuss indes, dass es bis zu einem beschlussfähigen Haushalt für 2021 noch ein beschwerlicher Weg sein werde. (VON GÜNTHER KRACH)

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