Schausteller sinniert über Vertrag, GmbH und Ideen

Neuer starker Partner: Burgfest ein Unternehmen der Kaiserstadt

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Kaisereinzug zum Burgfest in Tangermünde.

Tangermünde – Lothar Welte, der Schausteller-Chef aus Rostock, wünscht sich die verstärkte Zusammenarbeit für das Burgfest in Tangermünde über dieses Jahr hinaus. In welcher Form auch immer. Für die 32. Auflage vom 13. bis 15. September sind Verträge unterschrieben worden, ein normales Prozedere.

Im Norden arbeitet der gebürtige Magdeburger oft mit der Großmarkt Rostock GmbH zusammen.

Das städtische Unternehmen organisiert und betreut seit 1992 nicht zuletzt verschiedene Spezialmärkte und Volksfeste in Mecklenburg-Vorpommern. Inwieweit eine solche oder ähnliche Unternehmung, dann wohl in klein, in der Altmark die Zukunft bedeuten könnte, bleibt abzuwarten. Welte jedenfalls hält es für eine Möglichkeit.

Lothar Welte, Organisator.

Die Großveranstaltung steht nach dem Tod eines wichtigen Organisators Anfang dieses Jahres vor einer Bewährungsprobe. Die Stadtverwaltung hat sich in der AZ bereits zuversichtlich gezeigt, die strukturellen Umbrüche mit den neuen Partnern bewältigen zu können. Welte und Mitstreiter sind für den unteren Bereich zwischen Elbe und Tanger verantwortlich.

Bekanntlich soll das Festzelt durch eine große Bühne ersetzt werden. Es ist die Rede von einer Kultur-Arena. „Gern würde ich auch die Stadtmauer mehr in Szene setzen, mit Lichtern und Illumination.“ Zukunftsmusik. Um diese und weitere Ideen verwirklichen zu können, brauche es die verstärkte Zusammenarbeit auf längere Sicht, unterstreicht er im Gespräch mit der AZ.

Welte verspricht den Altmärkern für 2019 Fahrgeschäfte von Rang und Namen. Viel verraten kann und will er aber noch nicht, ein Riesenrad werde aber sehr wahrscheinlich auch wieder aufgebaut. Der Rostocker ist schon seit einem der ersten Burgfeste dabei, nun spielt er eine größere Rolle.

„Wir zeigen bei vielen Veranstaltungen an der Ostseeküste Flagge. In Tangermünde haben wir Elbe und Tanger, den Hafen, liegen direkt am Wasser. Ein solcher Platz ist für mich einzigartig, das Wasser ist immer im Blick. Wir versuchen deshalb auch, alles so zu ordnen, dass man sagt, da mache ich ein Foto von. Und natürlich müssen wir die Leute zum Laufen bringen, von einem Erlebnis zum nächsten.“

Das 22. Stadt- und Spargelfest in Osterburg vergangenes Wochenende sei auch ein Testlauf für Tangermünde gewesen. In der Biesestadt hält Welte als Ausrichter seit Jahren die Fäden in der Hand. „Die Signale der Schausteller sind positiv, das Konzept zieht, finanziell könnte es sogar das bislang beste Stadtfest gewesen sein. Die Veranstaltung hat sich überregional durchgesetzt, es waren nicht mehr allein Einheimische an den drei Tagen unterwegs.“ Selbst die sonst zum Fest oftmals so müde Breite Straße, die Einkaufsmeile der Stadt, sei mit Bühne und Ständen ein Anziehungspunkt gewesen. Welte gegenüber der AZ: „Ein Lob an die Innenstadthändler, sie haben richtig Herzblut bewiesen.“

Natürlich gehe es noch besser. Selbst in der Linden-Sporthalle bei der RTL-Party, für die Eintritt bezahlt werden musste. „Sie hat uns viele zusätzliche Jugendliche gebracht.“ Von Riesenrad, Geisterbahn und Karussell ging es für viele direkt in die Diskothek. „Die Halle war ordentlich gefüllt“, wertet Welte die Tanzpremiere beim Stadtfest als Erfolg. Schausteller, Händler und Künstler auf drei Bühnen, die Mischung habe gestimmt. „Alles muss sich rechnen, das darf niemand vergessen.“ Der Ausrichter hatte im Vorfeld in der AZ über steigende Betriebskosten geklagt. Dennoch: Osterburg habe seinen festen Platz im Veranstaltungskalender gefunden. Radio Brocken will auch in Tangermünde für Stimmung sorgen.

Stendal und das Rolandfest alljährlich im Juni sind für Welte ein weißer Fleck. Dort seien „schwere Fehler“ gemacht worden. Das Nordlicht spricht von „Hinterhofbebauung“ und „Schaustellern, an den Rand geschoben“. Kollegen hätten es in der Kreisstadt in der Regel schwer. Bei der 52. Auflage vom 14. bis 16. Juni unter kommunaler Federführung scheint der Rummel mindestens stark ausgedünnt.

Der Sachsen-Anhalt-Tag 2022 in Stendal ist übrigens für ihn ebenfalls kein Thema. „Ich weiß, dass sich einige Kollegen darum bemühen, auch gute.“ Der gebürtige Magdeburger, der viel in Ostdeutschland unterwegs ist, will sich in Sachsen-Anhalt nicht zuletzt auf Tangermünde und Osterburg konzentrieren.

VON MARCO HERTZFELD 

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