Hauptausschuss stellt Weichen / Stillstand an der Friedhofskapelle

Neuer Spielplatz in Tangermünde darf gebaut werden

Erfolg und Misserfolg: Während die Bauarbeiten an der Theodor-Fontane-Straße kurz vor dem Abschluss stehen, ist der Rampenbau an der Friedhofskapelle wegen einer falschen Farbe der Steine vorerst zum Erliegen gekommen.
+
Erfolg und Misserfolg: Während die Bauarbeiten an der Theodor-Fontane-Straße kurz vor dem Abschluss stehen, ist der Rampenbau an der Friedhofskapelle wegen einer falschen Farbe der Steine vorerst zum Erliegen gekommen.

Tangermünde – Lang war sie wieder einmal, die Tagesordnung der jüngsten Beratung des Tangermünder Hauptausschusses, inklusive des nicht öffentlichen Teils, am Mittwochabend. Und das, obwohl im öffentlichen Teil zuvor noch vier Tagesordnungspunkte gestrichen worden waren.

Darunter auch der Antrag der Fraktion CDU/Ortschaftsräte, der eine aktive Fortsetzung des langfristigen Marketingkonzeptes der Stadt forderte. Die kurzfristig eingebrachten Vorschläge erfüllten allerdings nicht die Satzung für Ausschüsse.

Die meiste Zeit, um eine Einigung zu erreichen, benötigten die Hauptausschuss-Mitglieder für die Standortwahl des neuen Spielplatzes. Dieser soll inmitten des Wohngebiets „Lorenzsches Feld“ entstehen, nachdem der Bau einer Tobezone an der Lüderitzer Straße praktisch verworfen worden ist (AZ berichtete). Nun gibt es zwar keine viel befahrene Straße mehr in unmittelbarer Nähe, das notwendige Land aber muss am neuen Standort erst gekauft oder gepachtet werden.

Zudem möchten zahlreiche Anlieger dort gar keinen Spielplatz. 146 andere Ansässige – zumeist mit Kindern – sind jedoch gegenteiliger Meinung. Nachdem der Ausschuss-Vorsitzende, Bürgermeister Jürgen Pyrdok (parteilos), die inzwischen vierjährige Suche nach einem Spielplatz-Grundstück noch einmal ins Gedächtnis rief und deren Errichtung auch kommunalpolitisch begründete sowie weiter entfernte Spielplätze eben als zu weit entfernt oder nicht öffentlich deklarierte, und Dr. Rudolf Opitz Kinderlärm nicht als Ruhestörung bezeichnete, stimmten sämtliche Mitglieder des Ausschusses für den Bau des Spielplatzes mitten im Wohngebiet. Weil dessen Errichtung jedoch frühestens im kommenden Jahr in Angriff genommen werden kann, soll nun die Nutzung des Spielplatzes an der Stöpel-Schule nochmals geprüft werden.

Mit ein wenig Unverständnis wurde auch die überarbeitete Straßenreinigungs-Gebührensatzung der Kaiserstadt, die sieben stark befahrene Straßen betrifft und vom Hauptamtsleiter Holger Schilm lediglich auszugsweise erläutert wurde, zur Kenntnis genommen. „Die komplizierte Berechnung der Gebühren ist für viele Bürger nicht nachvollziehbar“, meinte Fraktionsvorsitzender Thomas Staudt (CDU/Ortschaftsräte). Die gesetzliche Regelung für Gebühren unterscheide zwischen kleinen und größeren Grundstücken, auch wenn nur ein Teil davon an die Straße grenze. Darüber gab es dann Einigkeit.

Dass der Kultur- und Museumsverein eine finanzielle Stütze für den Ankauf des Blinden-Tastmodells bekommt, war auch allen recht. Den Bericht zum Ergebnis der überörtlichen Prüfung der Stadt vom 17. März erläuterte Kämmerin Dana Hinz. Grobe Versäumnisse oder gar Fehler sind nicht aufgelistet.

Abschließend berichtete das Stadtoberhaupt über wichtige Angelegenheiten und über bereits gefasste Beschlüsse. Dazu gehört, dass es in der Einheitsgemeinde zurzeit keine Covid-19-Infizierten gebe, dass die Bauarbeiten an Karl-Liebknecht-Straße, Theodor-Fontane-Straße und Stendaler Straße sowie beim Hort-Neubau gut, am Klärwerk schleppend, und an der Rampe vor der Friedhofskapelle im Moment gar nicht laufen. Die Kapelle ist mit Steinen eingefasst, die der Denkmalschutz wegen einer falschen Farbe abgelehnt habe. Froh sei Pyrdok, dass Fördermittel für die Sanierung der Giebel von Rathaus und Burgmuseum inzwischen eingetroffen seien.

VON GÜNTHER KRACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare