Tangermünder Wirtschaftspolitiker bei frischgebackener Niederlassungsleiterin im Gewerbegebiet zu Gast

Für neuen Beirat noch viele Fragen offen

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Die neue Chefin des Tangermünder Baustoff- und Handelsunternehmens, Doreen Wolff (r.), hat sich mit ihrer Mitarbeiterin Silvia Fauter den Mitgliedern des Stadtratsausschusses vorgestellt. Die Gäste durften sich im Betrieb anschließend auch umsehen.

Tangermünde. Die jüngste Sitzung des Stadtrats-Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus ist in den Räumen der Tangermünder Niederlassung eines Baustoff-und Handelsbetriebs ausgetragen worden. Dazu begab sich die Politikerrunde ins Gewerbegebiet der Kaiserstadt.

„Das Unternehmen existiere seit 70 Jahren bereits in dritter Generation. Es verfügt über Baustoffhandel-Standorte und elf Märkte mit insgesamt 600 Mitarbeitern, die einen Jahresumsatz von 68 Millionen Euro erwirtschaften würden, berichtete die neue Niederlassungsleiterin Doreen Wolff am Donnerstagabend. Sie ist seit zehn Jahren am Tangermünder Standort tätig, seit Anfang des Jahres ist sie die Chefin.

Ihr zur Seite steht die Tangermünderin Silvia Fauter, auch eine langjährige Mitarbeiterin des Unternehmens. Die Tangermünder Niederlassung entstand 1992, zählt 33 Mitarbeiter, darunter drei Azubis, bildet also auch aus, nämlich Handelskaufleute und Logistiker. Sie liefert Baustoffe weit über Sachsen-Anhalt hinaus an Firmen und Privatleute. Die nächsten Niederlassungen befinden sich in Uelzen und Lüneburg, sagte Wolff. „Mit diesen, aber auch mit vielen Tangermünder Firmen und mit der Stadtverwaltung sowie etlichen Vereinen der Kaiserstadt besteht eine enge Zusammenarbeit“, schloss sie. Die Besichtigung des Betriebes wurde ans Ende der Sitzung verschoben. Gegenstand der Beratung war dann die Errichtung einer öffentlichen WLAN-Station in der Innenstadt, die Bildung eines Stadtentwicklungsbeirates sowie die Bestellung seiner Mitglieder. Hauptamtsleiter Steffen Schilm berichtete zunächst über die möglichen technischen Varianten einer öffentlichen WLAN-Station. Zwei Angebote hat er dazu bereits eingeholt, eine umfangreiche für die ganze Innenstadt und eine sogenannte Insellösung. Die umfangreiche innerhalb der Stadtmauer sei stabil, müsse aber mindestens vier Jahre existieren und das ohne Werbung und hat Folgekosten. Die Insellösung, wie es sie in Gardelegen gebe, könnte am Tangermünder Marktplatz installiert werden, würde dann aber nur in die Lange- und in die Kirschstraße versorgen, zudem sei sie instabil, obwohl sie mit Hilfe der Telekom errichtet werden könne und Werbung enthalten dürfe. Die Kosten müssen erst durch eine Machbarkeitsstudie ermittelt werden. Laut Schilm würden sie aber relativ weit auseinander liegen. Die Kosten könnten aber gefördert werden. Entweder durch die Investitionsbank bis zu 15 000 Euro oder mit bis zu 80 Prozent bei einer Summe von 100 000 Euro durch die Landesregierung. „Eine Kopplung beider Varianten ist nicht möglich“, wusste Schilm.

Die Zustimmung zur Gründung des Stadtentwicklungsbeirats kam nicht zustande, weil es noch zu viele offene Fragen gebe, obwohl sich einige Arbeitsgruppen bereits konstituiert haben. Über die hohe Anzahl von Interessenten – es handelt sich um 51 – die eine Aufwandsentschädigung für die Dauer ihrer Tätigkeit verlangen, soll bis Anfang März entschieden werden.

Auch bei der Diskussion der kurzfristig vorgelegten Tischvorlage gab es offene Fragen. „Die Art und die unterschiedlich hohen Gebühren bei Sondernutzungen sind nicht eindeutig definiert“, war die Meinung der Mehrheit des Gremiums. Deswegen soll die Angelegenheit konkretisiert werden.

Von Günter Krach

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