Auf Nachtwächters Spuren

+
Regine Schönberg (l.) führte als Nachtwächter zwei Gruppen durch die Altstadt Tangermündes sowie als besonderen Höhepunkt in der Dämmerung auf den Kapitelturm. Aber auch Grete Minde gehörte zur Tour.

Tangermünde. „Welches Geschäft in Tangermünde gelingt, ist das, was durch die Kehle rinnt.“ Regine Schönberg führt in der Kluft des Nachtwächters eine Gruppe durch die Altstadt der Kaiserstadt. Eine seltene Gelegenheit, die extra zum „Vollmondflair“ am Freitagabend organisiert worden war. Vorbei an der Statue der Grete Minde, ins Rathaus mit Festsaal, weiter Richtung Stadtmauer und Toren und vor allem an den zahlreichen Lokalen, Kneipen und Höfen der Stadt entlang, ging es mit der Nachtwächterin, die auch allerlei Interessantes über Tangermündes Geschichte zu erzählen hatte. Drei solcher Nachtwächter waren einstmals in der Stadt unterwegs, ihr Quartier lag im Rathaus. Unterwegs erfuhren die Geführten, wo der Henker wohnte, wann welches Hochwasser an der Mauer stand und dass die Gebäude im 17. Jahrhundert drei Tage lang vollständig in Flammen standen. Der Höhepunkt und auch gleichzeitig das Ende der Führung war die Besteigung des Kapitelturms, von wo aus alle den Blick über die in der Dunkelheit leuchtende Altstadt genießen konnten. Zweimal gab Schönberg an diesem Abend den Nachtwächter, die zweite Tour startete Punkt Mitternacht auf der Aussichtsplattform. Aber auch das stadtgeschichtliche Museum war ausnahmsweise bis in die späten Abendstunden geöffnet.

Zusätzlich dazu hatten alle Geschäfte Tangermündes beim „Vollmondflair“ bis Mitternacht ihre Türen für Besucher geöffnet. Zwischen Bowle und Sekt stöberten Jung und Alt nach Kleidung, Pflanzen oder Dekoration für Zuhause. Bunte Aktionen, Spiele oder Ausstellungen begeisterten die zahlreichen Besucher, die sich in Tangermünde eingefunden hatten. Viele gönnten sich aber auch die ein oder andere Pause in oder vor einer der Kneipen, die laut Schönberg ja alle 60 Meter zu finden sind. Aber auch die offenen Höfe wirkten als Besuchermagnete. Überall schallte Musik verschiedener Genres durch die Straßen, die oftmals zum Verweilen einlud. Ob Charts oder Evergreens, für jeden Geschmack war beim „Vollmondflair“ etwas dabei, auch wenn sich der beworbene Vollmond doch eher hinter den Wolken versteckte.

Das Altmarkmuseum sorgte in seinen Räumen ebenfalls für die geschichtliche Komponente, während draußen mit Blick auf die Elbe schon das Tanzbein geschwungen wurde. Bis in die frühen Morgenstunden klang die Veranstaltung in der Altstadt gemütlich aus.

Von Bianca Lange

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare