Zehn Jahre nach dem Investitions-Skandal geht seine juristische Aufarbeitung in die letzte Runde

Nach Pelletwerk-Pleite in Tangermünde: Drei Jahre und neun Monate Haft gefordert

Geschlossen: Geschäftsführer Michael K. und Gesellschafter Wolfgang N. stehen wegen insgesamt 84 Straftaten und Betrugsdelikten vor Gericht.
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Geschlossen: Geschäftsführer Michael K. und Gesellschafter Wolfgang N. stehen wegen insgesamt 84 Straftaten und Betrugsdelikten vor Gericht.

Magdeburg/Tangermünde – Der Prozess zum Investitionsskandal um das Tangermünder Holzpelletwerk steht vor dem Abschluss.

In der vergangenen Woche habe die Staatsanwaltschaft ihr Abschlussplädoyer vor der Wirtschaftskammer des Magdeburger Landgerichts gehalten, teilt Gerichtssprecher Christian Löffler mit.

Der Antrag: drei Jahre und neun Monate Haft für den früheren Geschäftsführer Michael K.. Den mitangeklagten Gesellschafter Wolfgang N. will die Staatsanwaltschaft indes für drei Jahre hinter Gittern sehen.

Am kommenden Montag, 8. Juni, steht das Plädoyer der Verteidigung auf dem Sitzungsplan. Anschließend hätten die Angeklagten die Gelegenheit zu einem Schlusswort, erklärt Löffler. Weitere Termine seien vorsorglich für den 15. und 22. Juni sowie den 6. Juli angesetzt, falls noch weitere Beweisanträge gestellt würden oder andere Verfahrensangelegenheiten zu klären seien.

Den beiden Angeklagten werden insgesamt 84 Straftaten vorgeworfen, die sie zwischen Mai 2007 und November 2010 begangen haben sollen: Steuerstraftaten, Subventionsbetrug, Insolvenzverschleppung und die Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen stehen in der 86-seitigen Anklageschrift. Die juristische Aufarbeitung der Pleite begann im März 2018.

Mit einer Kapazität von 100 000 Tonnen Holzbrennstoff war das Werk 2009 errichtet worden und im Oktober des Jahres in Betrieb gegangen. Die frisch eingestellten 30 Mitarbeiter verloren ihren Job jedoch wieder, bevor der Betrieb überhaupt richtig angelaufen war. Im Februar 2010 kam der überraschende Produktionsstopp. Während am Bau beteiligte Firmen Maschinen wegen nicht bezahlter Rechnungen gleich wieder abbauen ließen und so zumindest etwas retten konnten, bleiben andere Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen.

Das Projekt war durch die Landes-Investitionsbank (IB) mit Fördermitteln bezuschusst worden. Die Rede ist von 1,3 Millionen Euro. Eine Rückforderung ist im Insolvenzverfahren geltend gemacht worden.  ct

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