Tangermünder Schützen böllern traditionell mit Vorderladern und Kanone

Es muss einfach krachen

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Klaus Köppen, Vorsitzender der Tangermünder Schützengilde von 1702 (v.l.), Michael Kieser, Dietrich Hübener, Frank Locklair und Günther Sarwasa böllern kräftig mit ihren Vorderladerpistolen und -gewehren auf dem Domizil der Schützen im Wäldchen.

Tangermünde. Es gibt viele Varianten, das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Da hat fast jeder seine eigene Tradition entwickelt. Die Tangermünder Schützengilde von 1702 trifft sich schon seit Jahren immer am 31.

Dezember zum „traditionellen Jahresabschlussböllern der Vorderladerschützen“, erklärte Vereinsvorsitzender Klaus Köppen. „Silvester muss Krach gemacht werden, so sind Männer nun einmal,“ sagte er lächelnd.

Bei diesem Treffen wird mit Vorderladergewehren und Vorderladerpistolen geschossen. Ungefähr zehn Vereinsmitglieder erwartete der Vorsitzende zum Böllern und auch zum allgemeinen Training, was natürlich auch möglich war. Das Besondere beim Böllern sei, dass die Nachbauten der Waffen, mit Schwarzpulver befüllt, mit Papier verdämmt und danach mit sogenannten Zündhüten beladen würden, erklärte Köppen bevor die Männer ihren ersten Schuss an diesem Tag abgaben. „Aber wir schießen heute nicht scharf mit den Vorderladern.“

Neben den Handfeuerwaffen wurde auch eine maßstabsgetreue Nachbildung einer napoleonischen Kanone abgefeuert. „Die Zündschnur wird angezündet und dann dauert es ein paar Sekunden“, sagte Köppen im Gespräch mit der AZ. Dann gab es einen lauten Knall und die Kanone rollte durch den Rückstoß einen halben Meter zurück. Die Männer betrachteten ihr Werk mit Freude.

Köppen blickte mit der AZ noch einmal zurück auf das vergangene Jahr. Neben den obligatorischen Arbeiten zur Platzpflege wurde ein Teil des Schutzwalls abgetragen. Die freie Fläche soll dem aufgestellten Zelt zum Schützenfest ausreichend Platz bieten. Es sei im vergangenen Jahr doch ziemlich eng gewesen, gab er zu bedenken. Auf die Frage nach den diesjährigen Höhepunkten erklärte Köppen, dass es natürlich wieder einen Königsball im März und das traditionelle Schützenfest im Juni geben werde. In den vergangenen Jahren seien das Oster- und Weihnachtsschießen „gut angenommen“ worden, sagte er während die anderen Vereinsmitglieder kräftig mit den Vorderladern böllerten. Daher sollen sie auch 2013 veranstaltet werden. „Und natürlich stehen die Kreismeisterschaften und die internen Wettkämpfe wie in jedem Jahr wieder auf dem Plan.“

Von Manuela Wilk

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