Schon die Jugend am Start

Modell-Flug-Club öffnet in Bölsdorf noch einmal die Tür

Faszination Modellflug auf dem Vereinsgelände nahe Bölsdorf. Hannes (l.) und Jacob Euen bereiten ihre Abfangjäger „Phantom“ für den Start vor. Gabriel Kunde (M.) hilft dabei.
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Faszination Modellflug auf dem Vereinsgelände nahe Bölsdorf. Hannes (l.) und Jacob Euen bereiten ihre Abfangjäger „Phantom“ für den Start vor. Gabriel Kunde (M.) hilft dabei.

Bölsdorf – Etliche Mitglieder des Modell-Flug-Clubs (MFC) „Albatros“ Tangerhütte/ Stendal kamen zu einem Tag der offenen Tür auf ihrem Flugplatz nahe Bölsdorf zusammen. Lange war das auch in diesem Verein nur eingeschränkt möglich.

Auch das größte Modellflugzeug der Bölsdorfer Truppe, drei Meter lang und vier Meter breit, blieb an diesem Tag unter dem Zeltdach. 

Die strengen Verordnungen der Landesregierung gegen die Verbreitung des Corona-Virus ließen das nicht zu. So fand auch die sogar überregional bekannte Flugschau des Vereins zum Himmelfahrtstag, es wäre die 30. Auflage gewesen, nicht statt. Zu ihr kamen immer zahlreiche Zuschauer, zu sehen waren dann auch Bootsmodelle im Wasser und Panzermodelle auf der angrenzenden Wiese. „Von März bis jetzt herrschte nun praktisch Flug- und Funk-Stille“, sagte Vereinsvorsitzender Frank Kunde der AZ.

Frank KundeVereinsvorsitzender

„Das heißt aber nicht, dass hier alles verschlossen blieb“, schob Marc Kunde, der Sohn des Vereinsvorsitzenden, der Pressesprecher ist, nach. „Wir haben uns also um unsere Flugmodelle, um unsere Vereinsmitglieder, die neben Tangerhütte aus Tangermünde, Stendal, Brandenburg, Egeln und sogar auch Stade bei Hamburg kommen, gekümmert“, berichtete Frank Kunde weiter. „Wir haben aber auch unsere Immobilien, die hier stehen, überholt, haben für unseren Nachwuchs ein Jugendcamp veranstaltet, haben mit unseren Sponsoren und den Vermietern unserer genutzten Landflächen Gespräche geführt“, schob sein Sohn nach. „Wir haben alles, was wir sonst über ein Jahr verteilt tun, auf diese Zeit konzentriert“, fasste der Vereinsvorsitzende zusammen.

So war man auch zu Himmelfahrt da, aber eben ohne Zuschauer und ohne die weiter entfernt wohnenden Mitglieder, die hier sonst übernachten, weshalb auch keine Wettkämpfe stattfanden, war vom Vereinsvorsitzenden zu erfahren. „Es war also mehr ein Trainingstag“, waren sich beide einig. An diesem Sonnabend lief nun auch vieles ohne Gäste ab, zumal es regnete. Bratwürste vom Grill, Bier und Brause standen trotzdem bereit. Ein paar Jugendliche nutzten den Vormittag, als es noch nicht so stark regnete, aber auch, um ihre Modelle fliegen zu lassen. Das waren zuerst Jacob und Hannes Euen aus Grieben, die je einen Abfangjäger starteten, betreut von Gabriel Kunde, dem Enkel des Vereinsvorsitzenden. Später ließen er und Hannes Euen noch je ein kleines Motorflugzeug mit Elektroantrieb kurz in den Himmel nahe Bölsdorf steigen, begutachtet vom Opa. Die großen kostspieligen Flugmodelle blieben wegen des schlechten Wetters unterm Zeltdach. Nun geht die Freiluft-Saison für die Flugmodellbauer zu Ende, so wie in vielen Vereinen. Im Frühjahr dürften sie dann sicher alle wieder auf dem Flugfeld sein, vielleicht dann ja auch mit einem neuen Modell. VON GÜNTHER KRACH 

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