Unkomplizierte Fahrgemeinschaften wieder modern

Mitfahrbänke für Tramper könnten auch ins Tangerland kommen

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Mitfahrbänke bieten im ländlichen Raum eine praktische Lösung um von A nach B zu gelangen. Ausgewiesene Autofahrer nehmen Wartende in die Fahrtrichtung mit.

Tangermünde – Transport auf dem Lande könnte so einfach sein. Zumindest wenn das Prinzip der sogenannten „Mitfahrbänke“ aufgeht.

CDU-Fraktionsmitglied Jörg Jensen brachte den Vorschlag jüngst in die Ausschüsse, einen Initiator der Aktion in die Einheitsgemeinde einzuladen.

„Im Westen sind das riesige, vernetzte Gebiete“, erklärte Jensen als Erstes dem Wirtschaftsausschuss. Vor allem in ländlichen Raum könnten mit den Mitfahrbänken fehlende öffentliche Anbindungen ausgeglichen werden. „In Storkau fährt der Bus dreimal am Tag und das auch nur für Schüler.“

Skepsis für die Thematik bringt Thomas Staudt (CDU) auf. „Wir haben Rufbusse, die nicht genutzt werden“, macht er deutlich, dass ein Angebot durchaus bestünde. Auch die Anbindung nach Stendal sei „gut“. Vor allem der bestehende öffentliche Personenverkehr solle durch das System nicht gefährdet werden, macht der Christdemokrat deutlich.

Offene Türen rennt Jensen mit seinem Vorschlag hingegen bei Denis Kreuzadler (Linke) ein, der die Mitfahrbänke als Bereicherung für die Schulbusse wahrnimmt, „vor allem wenn diese in den Ferien nicht fahren.“

Bei Mitfahrbänken handelt es sich im Grunde genommen um eine Form des Trampens. Statt den Daumen herauszuhalten und Autos so zum Anhalten zu bewegen, platzieren sich Mitfahrer an den besagten ausgewiesenen Bänken. Somit können auf unkomplizierte Art und Weise Fahrgemeinschaften gebildet werden. Hauptsächlich für Senioren konzipiert, in deren Orten keine Busse mehr fahren oder die über kein Auto mehr verfügen, könnten auch junge Menschen davon profitieren. In anderen Gemeinden können sich die Fahrer mit einer Plakette am Auto und Mitfahrer mit einem Button ausweisen.

Neben dem Wirtschaftsausschuss haben auch der Sozial-, Bau- und der Hauptausschuss der Idee ihren Segen gegeben. Die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Initiator in die Einheitsgemeinde eingeladen wird, um über seine Erfahrungen zu berichten, obliegt dem Stadtrat. Dieser tagt heute Abend ab 19 Uhr im Sitzungssaal.

Unabhängig der Entscheidung des obersten Gremiums der Kaiserstadt teilt Hauptamtsleiter Steffen Schilm bereits mit, dass auch die Vermarktung des Rufbusses in Zukunft verstärkt werden soll. Viele Anwohner hätten vielleicht schon einmal davon gehört, seien jedoch unwissend, wenn es um den praktischen Nutzen gehe.

VON LAURA KÜHN

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