Ein Leben mit Kraftfahrzeugen

Rentner aus Tangermünde restauriert mit Leidenschaft alte Autos

Bernd Krause am fertigen Trabant 600 – in seiner Werkstatt steht auch ein Cabrio.
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Bernd Krause am fertigen Trabant 600 – in seiner Werkstatt steht auch ein Cabrio.

Bernd Krause aus Tangermünde hat zwar den Beruf des Maurers erlernt, aber schon kurz danach stieg er auf einen Lkw.

Tangermünde – Da war der heute 74-Jährige gerade einmal 18 Jahre alt und der Lkw war noch ein russischer Kras-Kipper, mit dem er Produkte der Tangermünder Leimfabrik transportierte. Jahre später war es schon ein Lkw Skoda mit Anhänger, dem man ihm gab, weil er inzwischen Berufskraftfahrer war.

Im Stendaler Plattenwerk durfte er dann sogar Schwerlasttransporte mit der „Zugmaschine ROMAN“ mit MAN-Motor fahren, bis das Plattenwerk geschlossen wurde, was die politische Wende mit sich brachte; Plattenbauten waren nicht mehr gefragt. Schnell fand der inzwischen erfahrene Lkw-Fahrer aber wieder Arbeit, wenn auch weit entfernt von seiner Heimatstadt, nämlich in Frankfurt am Main. Dafür saß er jetzt auf einem Lkw Mercedes mit Anhänger, einem sogenannten Silo-Zug.

Als Lkw-Fahrer lernte Krause viel über Kfz-Technik

Die An- und Abreise nach Frankfurt in Hessen war aber aufwendig, weshalb er zu einer dänischen Firma wechselte, die Silozüge mit MAN-Maschinen hatte, die er schon kannte. Aber auch hier war die Anreise zur Firma weit, weshalb er sich nach einer Firma unweit von Tangermünde umsah, die es auch gestattete, mit dem Lkw übers Wochenende zu Hause zu bleiben. Das gefiel ihm, weshalb er bei der Firma in Celle bis zu seinem Renteneintritt blieb. Mehr als 50 Jahre war er inzwischen Lkw-Fahrer, lernte dabei viel über Kfz-Technik, die ihn noch heute begeistert.

Im privaten Leben fuhr er natürlich auch Kfz-Technik, da waren es aber nur Pkw. Vom Trabant, über Wartburg 311 bis zum Lada war er da unterwegs. „Nach dem Lada kehrte ich aber wieder zum Trabant zurück“, war im Interview zu erfahren, was natürlich eine Erklärung verlangte. „An dem Fahrzeug kann man noch alles selber machen, die Technik ist überschaubar und preiswert“, waren seine Gründe für die Sanierung der DDR-Autos. Von 1974 bis heute hat er schon mehrere dieser inzwischen betagten Autos erworben, restauriert und verkauft.

Seine neueste Errungenschaft: Trabant 500 Limousine

Die „Besten“ hat er behalten, so einen Trabant 600 Kombi und ein Trabant 601-Cabriolet. Letzteres war vorher eine Trabant Limousine. Seine neueste Errungenschaft ist sogar ein Trabant 500 Limousine, noch fast original, weshalb nun viel Arbeit vor ihm liegt. Da er nur in den Wintermonaten an den Autos schraubt, denn im Sommer ist er „Hafenmeister“ in einem Segelclub in Kirchmöser, wo er das richtige Segeln erlernte und auch an Regatten teilnahm, wird die Instandsetzung des alten Trabant bis hin zur Lackierung wohl Jahre dauern. „Ich habe ja Zeit, keiner drängt mich, in meiner großen Garage fühle ich mich wohl und bis ich aus Zwickau alle neuen Teile zusammen habe, vergeht auch einige Zeit“, blieb der Senior ganz entspannt.

„Zwei meiner Autos sind ja fahrbereit und meine Frau fährt einen Mercedes“, schob er noch nach.

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