Tiefgarage verzögert Bauprojekt in Tangermünde

Land in Sicht für die "Hafencity"

+
Alles wartet auf eine Entscheidung: Wer wird die Tiefgarage betreiben?

Tangermünde. Für das Bauprojekt „Hafencity“ in Tangermünde ist endlich Land in Sicht. Beim Hauptausschuss im April soll nach beinahe einem Jahr Unentschlossenheit eine finale Entscheidung bezüglich der geplanten Tiefgarage getroffen werden.

„Der Entscheidungsprozess muss zum Ende kommen“, teilt Bürgermeister Jürgen Pyrdok im Gespräch mit der AZ mit. „Die Stadt muss sich entscheiden, konkret die Betreibung der Tiefgarage zu übernehmen.“

Denn momentan hängt alles an dieser Frage: Wer wird die geplante Tiefgarage betreiben? Weder die Stadt Tangermünde noch die Firma Schubert, möchten diese Aufgabe übernehmen. Doch ohne eine Entscheidung (und einen Betreiber) kann es mit dem Bau nicht losgehen.

Eine Zwickmühle, findet auch Jürgen Pyrdok, die im Stadtrat für Uneinigkeit sorgt. Sollte die Stadt die Betreibung übernehmen, würde sie sich somit über Jahre finanziell verpflichten. Ein zweischneidiges Schwert, denn ohne Wagnis kein Fortschritt. Durch das Bauprojekt „Hafencity“ würden in Zukunft auch zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen werden, was die Stadt natürlich befürwortet.

Trotz der Verzögerung hält Christoph Schubert daran fest, die Tiefgarage nicht betreiben zu wollen. Die Stadt würde für einen Kredit nicht nur bessere Konditionen erhalten, sie hätte auch die besseren Ressourcen diese zu betreiben. Ihm selbst mangle es an Personal für diesen Zweck.

Auch Bürgermeister Pyrdok kann die Argumentation des Investors nachvollziehen. Momentan scheint die einzige Lösung des Problems die Gründung einer Enkelgesellschaft der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WBVG) zu sein. Diese könnte dann als Parkplatzgesellschaft die Betreibung der Tiefgarage übernehmen.

Das Projekt „Hafencity“ steht schon seit mehreren Jahren in der Pipeline. Die Firma Schubert aus Tangerhütte hat geplant, direkt am Hafen mehrere Miet- und Eigentumswohnungen zu bauen. Auch für die beiden Speicher daneben gibt es Pläne. Ein Kongresszentrum samt Hotel sollen dort entstehen. Eine Idee, die auch die Stadt unterstützt, denn ein Kongresszentrum wäre in dieser Form in der Altmark einmalig. Es könnte neues Klientel in die Stadt locken, welches Wiederrum den Tourismus weiter ankurbelt.

Unabhängig von der Entscheidung im Stadtrat nächsten Monat, hat Schubert sich entschlossen im Herbst mit dem Bau der Wohngebäude zu beginnen. Sollte der Stadtrat sich gegen den Betrieb der Tiefgarage aussprechen, so hätte dies Konsequenzen für das Bauprojekt. „Dann müssen wir die Gesamtkonzeption neu überdenken.“, erklärt Schubert. Im schlimmsten Fall könnten das bedeuten, dass es das Hotel und das Kongresszentrum so nicht geben wird.

Von Laura Kühn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare