Aber: Hohe Hürden als Bedingung

Wieder Anregung zur Tourismus-Abgabe in Tangermünde: Kurtaxe „sollte kein Problem sein“

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Wo Kurtaxe gezahlt wird, müssen auch mehrere andere Faktoren stimmen: Der Ort muss ein staatlich anerkannter Erholungsort sein. Wo das geschafft ist, kann man die Taxe auch per Automat zahlen.

Tangermünde. Das Thema ist nicht neu in Tangermünde. Aber Stadtrat Jörg Jensen brachte es jetzt dennoch nochmal auf den Tisch: Die Kurtaxe. Sein Anlass ist, dass die Stadt Havelberg eine Kurtaxe plant. Und das, glaubt er, kann Tangermünde auch.

Eine Grundvoraussetzung für eine Kurtaxe – also eine Abgabe aller Touristen an das Stadtsäckel – wäre allerdings, dass man staatlich anerkannter Erholungsort ist. „Wenn Havelberg das jetzt schafft, dann sollte das für uns doch auch kein Problem sein“, sagte Jensen im Tourismus-Ausschuss. „Wir haben immer weniger Geld für die Kultur, da sollte man mal neu darüber nachdenken“, meinte der Christdemokrat. Eine Kurtaxe würden auch Menschen mit Zweitwohnsitz zahlen können, da auch die von einem guten Kulturprogramm profitieren, meinte er.

Die Reaktion: Eher abwartend. Noch ein Ratsmitglied wollte im Ausschuss nicht auf den Zug aufspringen. Die eine Hürde – die Anerkennung als staatlich geprüfter Kurort – ist hoch, weiß die Ausschussvorsitzende und Touristikerin Regine Schönberg. „Allein schönes Wetter reicht da nicht“, meint sie knapp gegenüber der AZ. Auch die mittelalterliche Altstadt reiche nicht aus. Im Ausschuss räumte sie ein, dass man das Thema erstmal in den Fraktionen beraten könne.

Derweil wartet Schönberg noch auf ein anderes, damit zusammenhängendes Thema: Eine Klage des Gaststätten- und Hotelierverbandes „Dehoga“ vor dem Bundesverfassungsgericht. Die hatten dagegen geklagt, dass Länder eine „Bettensteuer“ einführten, einen kleinen Anteil pro Übernachtung.

Von Kai Hasse

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