Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur informiert sich / Ärztliche Versorgung mangelhaft

Kein Rezept für Ärztemangel gefunden

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Tobias Irmer (re.) referiert vor den Ausschuss-Mitgliedern und Gästen.

gk Tangermünde. Die ärztliche Versorgung in Deutschland ist nicht schlecht, aber unzureichend. Den Ärztemangel gibt es nicht nur in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus, auch in der Einheitsgemeinde Tangermünde ist er zu beklagen.

Deshalb hatte die Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport, Hildegard Wynands, am Montagabend zwei Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Der Hauptabteilungsleiter der KV Tobias Irmer und sein Mitarbeiter Tim Engelmann folgten der Einladung. Neben den Mitgliedern des Sozialausschusses waren auch Gäste anwesend, darunter zwei Ärztinnen aus Tangermünde und eine Apothekerin.

Irmer referierte über die gegenwärtige Situation der ärztlichen Versorgung durch Allgemeinmediziner und Fachärzte in Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Stendal und der Stadt Tangermünde. Dabei griff er auf aktuelle Statistiken zurück, die die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ärzte, den Umfang der Patienten pro Arzt, die angekündigten Schließungen von Praxen und die mögliche Entwicklung der ärztlichen Versorgung für die nächsten Jahre betreffen. Er war dabei bemüht, die unbefriedigende Situation sachlich darzustellen, indem er auch das Umfeld, also die politischen Entscheidungen, Ausbildungsmöglichkeiten, die demografische Entwicklung und weitere Faktoren mit einbezog. Dass auch er mit der gegenwärtigen Situation nicht zufrieden ist, verschwieg er nicht. Er berichtete aber auch über die vielen Versuche der Kassenärztlichen Vereinigung mehr Ärzte ins Land zu holen, Nachfolger für Ruheständler zu finden, ständigen Kontakt zu den Hochschulen, den Unikliniken, aber auch zu Behörden aufrecht zu erhalten, die über finanzielle Anreize, über Wohnungen, Kitas, Schulen, ja sogar Internetanschlüsse, entscheiden können.

In der abschließende Fragerunde deutete sich die Unzufriedenheit der Ausschuss-Mitglieder, die auch Stadträte sind und mit der gegenwärtigen Situation in Tangermünde durch Bürger konfrontiert werden, an. Ein Patentrezept zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Sachsen-Anhalt und Tangermünde hatte Irmer nicht zur Hand. Er verschwieg deshalb auch nicht, dass die neuen Bundesländer aus vielerlei Gründen vom Ärztemangel stark betroffen sind, insbesondere die ländlichen Gebiete. „Auf die neue Regierung kommen große Aufgaben zu“, schloß er die Fragestunde.

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