Freiwilliges Ökologisches Jahr am Zönu: Föj’ler geben Einblicke

„Junge Leute kommen gut an“

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Lisa (l.) und Jane haben sich um die Apfelketten gekümmert. An diesen können sich die Amseln während der kalten Jahreszeit bedienen.

Buch – Es wurde gelernt, gepaukt, geübt...und auf einmal geht alles ganz schnell. Der Schulabschluss ist besiegelt, die Zeugnisse verteilt. Und dann? Ausbildung, Auslandsjahr, Auszeit?

Jane Krüger und Lisa Hölscher, beide 19 Jahre, haben sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (Föj) am Zentrum für Ökologie, Natur- und Umweltschutz (Zönu) in Buch entschieden. Etwa ein Drittel ihrer Zeit am Umweltzentrum ist geschafft.

Momentan laufen die Vorbereitungen für die Ferienfreizeit vom 10. bis 15. Februar. Das Programm für die Ferienkinder im Alter von acht bis zwölf Jahre muss erstellt und auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt werden.

Jane und Lisa sind mittendrin. Die Abiturientinnen konnten schon einige Erfahrung sammeln, wenn es darum geht Umweltbewusstsein und Wissen an Schüler zu vermitteln. Regelmäßig betreuen sie Arbeitsgruppen wie an der Grundschule Grieben. „Was gemacht wird, ist ganz unterschiedlich“, verraten sie der AZ. „Tiere werden vorgestellt oder es wird mit den Kindern in den Wald gegangen.“ Manchmal werde auch gebastelt. So hätten die Kinder etwas zum darüber nachdenken und mit nach Hause nehmen, berichtete Zönu-Leiterin Uta Neuhäuser.

Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verfolgen die 19-Jährigen auch ein persönliches Projekt, welches das ganze Jahr über läuft und nach Möglichkeit eine nachhaltige Lösung für das Umweltzentrum birgt. „Ich lege einen Fledermausgarten an“, so Lisa. Derzeit sei noch alles in der Vorbereitungsphase, doch wenn alles nach Plan geht, werde sie Beete mit Nachtblühern anlegen. Diese sollen Insekten anlocken, um wiederum als Futter für Fledermäuse zu dienen. Jane ist noch nicht ganz so weit mit ihrem Projekt. „Ich bin noch in der Findungsphase.“ Ideen habe sie allerdings jede Menge.

Föj’ler, wie die Freiwilligen genannt werden, gebe es am Zönu bereits seit rund 20 Jahren, berichtet Neuhäuser der AZ. „Ein großer Teil der Arbeit am Zönu ist Umweltbildungsarbeit“, so die Diplom-Biologin. Die jungen Erwachsenen könnten bei der Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen helfen, Bildungsveranstaltungen begleiten und diese auch selbst leiten. „Junge Leute kommen bei den Kindern und Jugendlichen gut an“, weiß Neuhäuser. Auch Öffentlichkeitsarbeit und manchmal die eine oder andere Hilfsarbeit stünden für die jungen Frauen mit auf dem Plan. Ein Erlebnis ist Lisa ganz besonders in Erinnerung geblieben: Die Geocaching-Tour mit einer ganz bestimmten Klasse. „Die waren alle so fasziniert vom Wald, von der Frage, den GPS-Geräten. Da ging mir richtig das Herz auf“, erinnert sich die Jarchauerin. Denn schließlich sei nicht jede Klasse gleich, das Interesse nicht überall gleich groß.

Obwohl ein Großteil des freiwilligen Jahres noch vor den beiden jungen Frauen liegt, haben sie für sich persönlich schon einiges mitgenommen. Kommunikationskompetenzen und selbstständiges Arbeiten hätten sich in den letzten Monaten bei beiden stark verbessert, berichten sie. „Ich kann besser auf andere zugehen“, beschreibt Jane, während Lisa nickt.

Die beiden 19-Jährigen kennen sich noch aus Schulzeiten am Rudolf Hildebrand Gymnasium in Stendal. „Wir waren in der gleichen Klasse“, berichten sie. „Man kannte sich, aber mehr auch nicht“, schildert Jane. Durch das Freiwillige Ökologische Jahr haben sie sich noch mal auf einer ganz anderen Ebene kennengelernt.

Pläne, wie es nach dem Föj weitergehen soll, haben die Abiturientinnen auch bereits. Jane strebt eine Ausbildung in der Verwaltung an, später soll es wenn möglich ins Umweltamt oder einen landwirtschaftlichen Zweig der Verwaltung gehen. Bestimmte Vorgänge bekomme sie auch am Zönu schon vermittelt, so Neuhäuser gegenüber der AZ. „Wir arbeiten hier ja auch mit Ämtern zusammen.“ Lisa möchte ein Studium einschlagen, Ernährungs- oder Umweltwissenschaften. „Ein nachhaltiger Studiengang“, das sei ihr wichtig.

VON LAURA KÜHN

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