Tangermünde

„Baum der Inklusion“ : Erinnerung und Verpflichtung zugleich

Mehrere Menschen sitzen in Rollstühlen vor einem frisch gepflanzten Baum.
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Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Barrierefreies Tangermünde wollen mit ihrem „Baum der Inklusion“ der Forderung der Vereinten Nationen nach einem Miteinander behinderter und nichtbehinderter Menschen auf Augenhöhe Nachdruck verleihen (v. l.): Cornelia Krach, Christine Paschke und Hartmut Behr (mit Kannen), Rainhard Winkler, Siegfried und Gisela König, Karina Höchel und Monika Zilkenat.
  • vonGünther Krach
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Der 5. Mai ist jährlich der Europäische Aktionstag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. In diesem Jahr lobte die „Aktion Mensch“ dazu das Motto „Deine Stimme für Inklusion“ aus. Auch der Altmärkische Gehörlosenverein beteiligte sich und lud zu einer Kundgebung am „Baum der Inklusion“ nach Tangermünde ein.

Tangermünde – Unterstützt vom örtlichen Teilhabe-Management des Landkreises Stendal nahmen daran insgesamt 23 „Vereinigungen“ teil, darunter auch die Interessengemeinschaft Barrierefreies Tangermünde. Sie trafen sich an der Ecke Notpforte/Mauerstraße, wo der Baum Anfang Mai vom städtischen Bauhof auf Initiative der Interessengemeinschaft gepflanzt worden war.

Die Interessengemeinschaft hat sich im Mai 2018 zusammengefunden, um auch in der Kaiserstadt mit ihren vielen alten Straßen und Plätzen Bedingungen zu schaffen, die das Leben für Behinderte leichter machen, sie also am politischen und öffentlichen Leben teilhaben zu lassen, so wie es die UN-Behindertenkonvention in Artikel 29 fordert. Und der kürzlich gepflanzte Baum soll immer an diese Verpflichtung erinnern.

Vieles hat die Interessengemeinschaft in der Kaiserstadt schon durchgesetzt, angefangen bei Fußwegen und Straßenübergängen, die nun auch von Rollstuhlfahrern problemlos genutzt werden können. Erinnert sei hier zum Beispiel auch an die Stendaler Straße, deren Gestaltung inzwischen Vorbild für weitere Straßenausbauvorhaben ist.

So hat sich die Interessengemeinschaft zusammen mit anderen Interessenvertretern etwa für die Beschaffung eines Blindentastmodells und , das Anlegen von Rampen an der Friedhofskapelle und der Salzkirche eingesetzt. Sie wurde und wird in die Planungen von Bushaltestellen einbezogen und nimmt durch Vertreter regelmäßig an Bauberatungen für künftige Straßenbaumaßnehmen teil, so wie jetzt aktuell bei der Sanierung der Töpferstraße und der Hünerdorfer Straße.

„Angießen“ nannte die Interessengemeinschaft ihre Zusammenkunft am Dienstag, an der acht der zirka zehn Mitglieder teilnahmen. Unter ihnen waren auch die Rollstuhlfahrer Karina Höchel, Cornelia Krach, Siegfried König und Frau Gisela, Hartmut Behr und Monika Zilkenat als amtierende „Sprecher“ der Interessengemeinschaft, ihre Vorgängerin im Amt, Christine Paschke, sowie der sachkundige Bürger im Stadtrat, Rainhard Winkler. Alle wollen sich künftig gemeinsam um die Pflege des jungen Baumes kümmern, dessen Dasein immer an den hohen Anspruch der Inklusion erinnern soll. (gk)

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