Japan-Ausstellung in Tangermünde

„Kunst ist stärker als eine Pandemie“

Eine traditionell gekleidete japanische Geisha tanzt mit eine Fächer vor drei sitzenden Musikerinnen.
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Die Ausstellung „Japan in Tangermünde“ hat zwei Standorte. Und so wurde auch zweimal Eröffnung gefeiert: in der Salzkirche und im Ausstellungskontor Siptroth (Bild).
  • VonGünther Krach
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Unter dem Titel „Japan in Tangermünde“ ist am Samstag die dritte Japan-Ausstellung in der Kaiserstadt eröffnet worden. Organisiert wurde die Ausstellung wieder von der deutsch-japanischen Gesellschaft Berlin, maßgeblich von der Geschäftsführerin Katrin-Susanne Schmidt und der Japan-Europe Palace Art Association (JEPAA), dessen Generaldirektor Jasuhiro Yoji extra aus Tokio angereist war.

Ehrengast war der Generaldirektor der Japan-Europe Palace Art Association, Jasuhiro Yoji (2.v.l.), neben ihm die Organisatoren Tomoko Germar (2.v.r.) und Michael Student.

Tangermünde – Ölbilder, monochrone Tusche-Malerei, Kaligrafien, Fotografien, Nihonga-Malereien, Aquarelle und Haikus (Gedichte) – allesamt Kunstwerke, die man nicht alle Tage sieht, sind bis zum 31. August in der Salzkirche und im Ausstellungskontor Siptroth zu sehen. Dabei geht es wieder nicht allein um Kunst, es geht um Völkerverständigung, ja sogar um Freundschaft, wie zahlreiche Grußworte betonten. Der JEPAA gehört auch Tomoko Germar an, die von Berlin aus Kulturveranstaltungen in ganz Europa organisiert. Sie arbeitete eng mit der Stadtverwaltung und dem Tangermünder Kunstmaler Michael Student zusammen, der ebenfalls Mitglied der JEPAA ist. Student war es auch, der die Ausstellungen vor Ort vorbereitete, die Bilder und andere Exponate am Berliner Flughafen in Empfang nahm, sie in den Ausstellungsräumen aufhängen ließ und für die Ausstattung der Räume inklusive Bewirtung sorgte.

In traditionelle Kimonos gekleidete Geishas empfingen die Gäste zur Vernissage.

Leider durfte wegen der noch nicht überstandenen Pandemie nur eine begrenzte Anzahl von Interessenten die Ausstellungen sehen, was viele bedauerten, weil sie die außergewöhnlichen Bilder und die tolle Vernissage nicht mit-erleben konnten – denn die Eröffnung war sowohl in der Salzkirche als auch im Ausstellungskontor beeindruckend, allen voran das Trio „Shamisen“ mit seinen Mitsune, den traditionellen dreisaitigen Musikinstrumenten. Seine Mitglieder, in Kimonos gehüllt, begleiteten anschließend auch den ausdrucksstarken Tanz der Japanerin Chihoko Janagi. Danach war Zeit für die Grußworte. Anka Bertkau vertrat den Bürgermeister und sprach über die 160-jährige Freundschaft zwischen Deutschland, anfänglich noch Preußen, und Japan. Sie griff auch die Pandemie auf, die fast das diesjährige, lange vorbereitete Treffen verhindert hätte und sprach von der Sehnsucht nach Kunst und Kultur, gerade nach solch einer „Durststrecke“. Ihr besonderer Dank ging deshalb auch an die deutsch-japanische Gesellschaft und die JEPAA, dessen Generaldirektor Jasuhiro Yoji ja vor ihr saß, aber auch an Tomoko Germar und Michael Student.

Auch diese Herbstlandschaften sind in der Ausstellung zu sehen.

Katrin-Susanne Schmidt von der Berliner Gesellschaft dankte für die Einladung nach Tangermünde, die ihr ja schon 2017, besonders aber 2019, sehr gefallen hat, als sie drei Tage in der Kaiserstadt verbringen konnte. Sie war auch froh darüber, dass es in diesem Jahr wieder geklappt hat, denn „ein persönliches Treffen ist durch kein Interview oder Dankesbrief zu ersetzen“, sagte sie und fügte hinzu: „Im ersten Weltkrieg waren Japaner und Deutsche noch Feinde, im zweiten schon Verbündete und jetzt sind wir Freunde.“ Ein weiteres Treffen in zwei Jahren hielt sie für möglich. Auch der Generaldirektor der JEPAA war voll des Lobes. Er blickte zurück auf die früheren Jahre in Tangermünde, wo es auch um Ausstellungen ging, „die Michael Student mitorganisiert hat“, erinnerte er sich an ihn, den er „schon seit 2013 über die JEPAA kennt“, und auch er hegte den Wunsch auf weitere Treffen. „Kunst und Kultur sind stärker als Pandemien“, schloss er, was Melanie Germer, die Tochter von Tomoko übersetzte. Ihre Mutter dankte dann ebenfalls den Organisatoren, bis hin zu Student und „seiner schönen Stadt, in die ich immer wieder gerne komme.“

Musik und Tanz zum Auftakt: In der Tangermünder Salzkirche wurde die dritte Japan-Ausstellung eröffnet.

Schließlich ergriff auch der Neu-Tangermünder Michael Student das Wort, der sich hier sichtlich wohl fühlt. Student dankte neben den Organisatoren vor allem dem Generaldirektor der JEPAA, der am Samstag wegen der Ausstellungen extra aus Tokio angereist war, aber auch den Helfern „hinter den Kulissen“: Kerstin Drewitsch von der Stadtverwaltung und Mario Henning, zurzeit „Betreuer“ der Salzkirche, aber auch dessen Freundin Geli Landsmann, die die Transportaufgaben übernahm. Unter den Gästen war auch Valentin Bründger aus Berlin, der im Kontor Siptroth japanische Getränke anbot. „Ohne all diese engagierten Menschen wären die gut vorbereiteten Ausstellungen kaum möglich gewesen“, schloss er. Dem Rundgang durch die Salzkirche schloss sich der Besuch des Ausstellungskontors Siptroth in der Kirchstraße an, wo es dann neben vielen Bildern auch Musik und Tanz zu bewundern galt und eben die japanischen Getränke und Snacks probiert werden konnten.

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