Störche in Tangermünde

Alle sieben Nester bewohnt

Ein Storchenpaar nistet auf einem Hausschornstein.
+
An insgesamt sieben Stellen in der Kaiserstadt haben es sich auch in diesem Jahr die Störche gemütlich gemacht. Dabei kehren die Tiere immer gerne zu ihrem alten Platz zurück.
  • vonStephan Ernst
    schließen

Von Günther Krach

Tangermünde – Manchmal waren es im Mai schon fast 20, die auf dem Kirchenschiff von St. Stephan saßen und nach einem freien Nest Ausschau hielten, doch für alle reichten die „fertigen“ Nester damals nicht, also flogen einige weiter. Bekannt sei auch, dass die Störche trotz ihrer langen Anreise aus Afrika ihr ehemaliges Nest wieder ansteuern, weshalb es auch mal Rangeleien geben kann, wenn in diesem schon einer drin sitzt. Das war in diesem Jahr wohl nicht so, obwohl wieder alle sieben Nester besetzt sind.

Ausgeflogen: Wer ein Foto von den großen Vögeln erhaschen will, muss manchmal Zeit mitbringen.

Das sind die zwei auf dem Rathaus, auch auf der Gerichtslaube wieder ohne Nesthilfe, das auf dem alten Schornstein an der Kirchstraße. 21, das auf dem Hünerdorfer Tor, „Eulenturm“ genannt, das auf dem ungenutzten Schornstein in der Rosa-Luxemburg-Str. weshalb auch die davor liegende Gaststätte den Namen „Storchennest“ trägt, das in der Mauerstraße, in diesem Jahr aber wieder auf einem alten Haus, weil das auf der Stadtmauer in den vergangenen Jahren von Mardern heimgesucht wurde, was sich die Störche wohl gemerkt haben, und das hinter dem alten Wasserturm an der Kirschallee nämlich am Verbindungsweg zwischen Breitscheid- und Goethe-Straße.

Weil die Störche in diesem Jahr etwas später gekommen sind, verschiebt sich auch das Brüten und damit die Aufzucht des Nachwuchses. „Zu beobachten ist aber, dass die Elternstörche ständig die Nester anfliegen und die mitgebrachte Nahrung hervorwürgen, was bedeutet, dass da hungrige Jungstörche im Nest sitzen, die man aber noch nicht sehen kann“, sagte auf Nachfrage Uta Neuhäuser vom Zönu in Buch, auf „dessen Dach übrigens von einst fünf noch drei Jungstörche sitzen.“

Diese Übersichtskarte zeigt, wo die Nester in Tangermünde zu finden sind. 

Die Tangermünder lieben ihre Störche. Mit dem Schnabel klappernde Störche sind immer wieder ein beliebtes Fotomotiv, besonders, wenn sie auf dem alten Rathaus sitzen. Denkmalschützer sehen diesen Nestbau aber kritischer, machen die Störche doch viel Schmutz, und die Exkremente sind schwer zu entfernen. Besonders viel Unrat entsteht beim Nestbau, was bei fertigen Nestern eigentlich gar nicht nötig ist, aber die Störche setzen jedes Jahr noch eine neue Schicht auf das alte Nest. Da fallen schon mal Äste daneben, landen oft in der Dachrinne, die später verstopft und das Regenwasser dann an den Wänden nach unten läuft. Die Kameraden der Feuerwehr helfen dann zwar, aber Wasserschäden am schönsten und wertvollsten Denkmal der Hansestadt sind schon aufgetreten. Im Interesse der Störche und der Tierliebhaber nimmt die Stadtverwaltung das aber in Kauf (AZ berichtete). Ende August ist der „Spaß“ dann ja auch schon wieder vorbei, junge und alte Störche ziehen wieder Richtung Süden. Im Mai kommen sie aber wieder – hoffentlich. (gk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare