Sebastian Krumbiegel von den „Prinzen“ stellt sein neues Buch vor

„Ich war kritisch, aber kein Rebell“

+
Sebastian Krumbiegel eröffnete die Lesung musikalisch mit einem selbst komponierten Lied über Tangermünde.

gk Tangermünde. Sebastian Krumbiegel, 1966 in Leipzig geboren, ist vor allem als Sänger und Musiker der „Prinzen“ bekannt.

Dass er das Singen beim Thomanerchor gelernt hat, wissen viele – dass er bis zum Abschluss der Ausbildung nicht durchhielt, weil er rebellisch war, eher weniger. Auch, was Krumbiegel danach machte, ist weitgehend unbekannt. Über all diese Dinge erzählte er am Freitagabend in der Tangermünder Salzkirche, wo er sein neuestes Buch vorstellte, das er „Courage zeigen“ nennt.

Schon der Auftakt war interessant, hatte Krumbiegel doch ein Lied mit passendem lokalen Inhalt über die Kaiserstadt komponiert und vorgetragen. Ob das auch bei seinen vergangenen Auftritten in Chemnitz, Magdeburg und Berlin im November so war, später in Wittenberg, Gera, Pirna und Augsburg, das erfuhr das Publikum in Tangermünde nicht.

In der Salzkirche hörte das Publikum von den eher unbekannten Seiten des „Prinzen“-Sängers.

Bevor der Leipziger zu lesen begann, berichtete er noch von einigen wichtigen Etappen seines Lebens – den Tho-manerchor, sein Studium an der Musikschule Felix Mendessohn Bartholdy, von der ersten Band „Herzbuben“ und der politischen Wende in der DDR. „Mein Buch ist aber keine Autobiografie, eher eine Biografie über mein Leben und die zeitgeschichtlichen Ereignis-se dabei“, sagte er. Über seine Eltern und Großeltern sprach er noch, die auch Musiker bzw. Sänger waren, die Großmutter sogar Opernsängerin mit Nationalpreis. „Mein Großvater kannte Telemann besser als Thälmann“, ergänzte er schmunzelnd.

Krumbiegel machte einen intelligenten, amüsanten und lockeren Eindruck. „Ja, ich hatte auch Jugendweihe, aber auch Konfirmation, stand der DDR immer kritisch gegenüber, so wie ich es von meinen Eltern kannte, war aber nie ein Rebell“, las er aus seinem Buch. Weitere Passagen berichteten über diese Zeit inklusive der „sinnlosen Armeezeit“, von der Musik mit der Band „Herzbuben“, die „damals schon Kritik an der DDR in ihren Liedern versteckte, was zur Zeit Gorbatschows stärker wurde“. Dass er sich nach der politischen Wende auch für Flüchtlinge einsetzte, in Sangerhausen als Schirmherr der „Schule mit Courage“ fungiert, sich in Vietnam gegen Landminen aussprach und ab dem Jahr 2009 Mitglied der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten ist, hat er auch noch erwähnt.

Buch und Lesung bescherten dem Publikum einen spannenden Abend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare