Aktion „Tangermünde bleibt bunt“ vor dem Neustädter Tor

Hupen bringt Rechte Demonstranten in Rage

Autofahrer betätigten ihre Hupe, um damit ihren Protest gegen den Aufmarsch der Gruppe zu demonstrieren.

Tangermünde. „Tangermünde bleibt bunt!“, warben am Sonnabend rund 30 Bürger für eine weltoffene Kaiserstadt.

„Tangermünde bleibt bunt“, warben rund 30 Bürger für eine weltoffene Kaiserstadt.

Anlass für die Veranstaltung, zu der das „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit“ des Landkreises eingeladen hatte, war eine als „Familienfest“ deklarierte Versammlung der so genannten „Bürgerbewegung Altmark“ am Neustädter Tor, zu der rund ein Dutzend Teilnehmer gekommen waren. Diese vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Gruppe machte bereits vor einem Jahr mit einer ähnlichen Aktion in der Stadt von sich reden.

Christine Pfaff (SPD) verteilte Informationszettel an Passanten, um über die Hintergründe der Aktion zu informieren.

„Wir wollen zeigen, dass Tangermünde nicht braun, sondern bunt ist“, erklärt Christine Pfaff, warum sie sich dem entgegenstellte. Ihr Großvater sei von den Nazis ins Konzentrationslager gesteckt worden. Diese Leute würden die gleiche Ideologie vertreten. „Ich will nicht, dass das noch einmal passiert“, sagte die Tangermünderin. Gemeinsam mit Vertretern der Linken und anderen Bürgern verteilte die Sozialdemokratin Informationszettel an Passanten, meist Touristen, um über die Hintergründe der Aktion zu informieren. Bunte Luftballons verkündeten das Motto.

Auch das Polizeirevier Stendal teilt mit, dass die Versammlungen friedlich und ohne Störungen verliefen.

Der Hauptredner der Rechtsextremen, der sich als Anwalt aus Dresden vorstellte, drohte regionalen Medien wegen ihrer Berichterstattung mit Strafanzeigen. Die Veranstaltung sei nicht in einen Zusammenhang mit dem Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß zu stellen. Der verurteilte Nazi-Verbrecher, der als Ikone der Neo-Nazi-Szene gilt, hatte sich am 17. August 1987 im Gefängnis das Leben genommen.

Die Gegendemonstranten und das Hupen von Autofahrern, die damit ihren Protest gegen den Aufmarsch deutlich machten, brachte den Redner in Rage. Er nahm das zum Anlass, um eine „spontane“ Demonstration „für Meinungsfreiheit“ durch die Innenstadt anzumelden. Das rechtsextreme Grüppchen zog dann durch die Kirch- und die Langestraße. Laut Sebastian Stoll, zweiter Beigeordneter des Landrates, der die Ordnungsbehörde vertrat, verliefen die Veranstaltungen ohne Vorkommnisse.

Von Christian Wohlt

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