„Hoffnungen nicht erfüllt“

Hammer in Tangermünde! Bis zu 3,5 Millionen Euro koste Entfernen des Hafenschlamms

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Anfang des Sommers reichte die Schlamminsel bereits fast bis zu den Bootsstegen.

Tangermünde – Es ist ein ziemlich zähes Fiasko, das derzeit für die Kaiserstadt wahr zu werden droht. Konzepte für das Beseitigen des Hafenschlamms sind verfasst und ausgewertet – geben aber schlimmsten Befürchtungen endgültig recht: Billig wird es nicht.

Eine wahre „Grüne Wiese“ ist 2018 in etwa einem Vierteljahr auch kräftig in die Höhe gewachsen.

„Meine Wünsche und Hoffnungen haben sich nicht erfüllt“, berichtet Bürgermeister Jürgen Pyrdok der AZ nach jüngsten Expertengesprächen. „Es ist nichts Gutes herausgekommen. Die Lösung geht in den Millionen-Euro-Bereich“, berichtet Pyrdok enttäuscht, nachdem ihm eine weitere Möglichkeit vorgestellt worden sei.

Jürgen Pyrdok,Bürgermeister Tangermünde

Ende letzten Jahres wurde der Stadtverwaltung ein Konzept zur Schlammbeseitigung übermittelt. Im Herbst waren Proben der Ablagerungen genommen worden, um die Entsorgung prüfen zu können. Lösungsvorschläge, um die „Schlamminsel“ aus dem Hafenbecken zu entfernen, liegen bei Kosten zwischen 475 000 und 3,5 Millionen Euro, weiß das Stadtoberhaupt. Außerdem hat der Fachmann dem Stadtoberhaupt nun einen weiteren Zahn ziehen müssen – denn mit Fördergeld für den Kraftakt sehe es schlecht aus.

Für die Kaiserstadt eine unangenehme Situation. Pyrdok kündigt an, die Thematik zeitnah in die Fachausschüsse des Stadtrats zu tragen. An eine schnelle Lösung glaubt der 61-Jährige aber nicht. In jedem Fall sei die Arbeit mit einer „Riesensumme“ verbunden und würde ein nicht unerhebliches Loch in den rund 14 Millionen Euro umfassenden Haushalt der Stadt reißen. 2019 sei in der Stadtkasse kein Geld für das Vorhaben eingeplant. Bei der Entscheidung, wie der Hafenschlamm entfernt werden soll, werde aber das Geld in jedem Fall eine Rolle spielen. „Wir gehen es mit aller Kraft an“, kündigt Pyrdok an.

Bei entsprechendem Wasserstand bleibt die Problematik buchstäblich unter der Oberfläche. Doch bei sinkenden Pegeln, wie im Sommer 2018, tritt die Tragweite der Verschlammung wieder ans Tageslicht. Vor allem die Tangermünder Wassersportler und Ruderer mussten 2018 unter der Schlamminsel leiden, da diese den Bootsverkehr massiv eingeschränkt hatte (AZ berichtete).

Bereits Mitte Juni war die massive Sedimentablagerung ans Tageslicht getreten. Im August, als CDU-Europaparlamentarier Sven Schulze die Lage vor Ort inspizierte, war auf der Insel bereits eine ungewollte „Grüne Wiese“ in die Höhe gesprießt.

VON LAURA KÜHN

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