Burkhard Ahl stellte Kontakt nach Lich her / Seine Technik ist nun Kulturerbe

Am heißen Draht zu Partnerstadt und Südpol

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Der Amateur-Funker an seinen japanischen und amerikanischen Geräten. „Tangermünde“ im Morse-Alphabet ist – langsam gefunkt – ein sechssekündiger eingängiger Rhythmus. Im schnellen Gebrauch der Erfahrenen ein zweisekündiges ratterndes Piepen.

Tangermünde. Mal schnell ein Treffen mit Freunden in Lich vereinbaren. Für Burkhard Ahl ist das kein Problem, Burkhard Ahl ist Amateurfunker.

Zugegeben: Heute geht das mit moderner Technik auch leicht, aber vor 25 Jahren, zur Zeit der Wende, stand der Tangermünder Bürgermeister Joachim Röxe noch neben ihm, und am anderen Ende der Funkleitung saß der Licher Professor Volker Ehehalt, auch neben ihm der Bürgermeister der mittelhessischen Stadt, Ludwig Seiboldt.

Die Sende- und Empfangs-Antennen im Garten von Ahl.

Es war ein Teil des ersten Kontakts zwischen den beiden heutigen Partnerstädten, ein Funkkontakt mit Geschichte. Die Planung zur Städtepartnerschaftsfeier gaben Ahl und Ehehalt per Funk durch. „Für das Telefon hatten wir gar nicht genug Strippen“, sagt er heute. Ein Jahr später kam dann derselbe Kontakt mit Minden zustande. Dieser Funkverkehr ist nicht nur ein Teil von Lichs und Tangermündes Geschichte. Seit Ende des vergangenen Jahres ist die Morsetelegrafie in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Unesco-Kulturerbes aufgenommen worden. Beantragt hat das unter anderem der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC).

Der 66-jährige Tangermünder Ahl lernte den Amateurfunk mit elf Jahren in der ehemaligen „,Station Junger Techniker“, einer Holzbaracke neben der alten Elbbrücke, durch Otto Thiele kennen. 1965 bekam er seine Lizenz als Amateurfunker. „Da war die Funktechnik noch sehr primitiv, begeisterte mich aber gerade deswegen, weil weltweiter Kontakt mit Gleichgesinnten möglich war“, berichtete Ahl. Politisch hatte man es als Funker nicht grad leicht in der ehemaligen DDR. [...]

Von Günther Krach

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