Herzberg: „Parkdruck ist natürlich groß“

Halten in der Grete-Minde-Straße: 30 Minuten schmecken nicht jedem

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Waltraud Kranzusch (l.) und Renate Adloff sind mit der Parkzeit vor dem Grete-Minde-Haus gar nicht glücklich.

Tangermünde – Jüngst konnten sich die Senioren der Kaiserstadt freuen: Zum ersten Mal nach Fertigstellung des Grete-Minde-Saals wurde wieder ein Seniorennachmittag veranstaltet.

Eines schien so manchem Ruheständler den Spaß am gemütlichen Beisammensein zu mindern: Alle halbe Stunde musste nach draußen geflitzt werden, um die Parkuhr weiter zu stellen.

30 Minuten darf das Auto dort zwischen 6. 30 bis 7 Uhr und 12 bis 17 Uhr vor dem Shalomhaus abgestellt werden. Für die monatliche Nachmittagsveranstaltung ist die Zeit zu kurz bemessen.

Auch für Ruheständler, welche ihre Besorgungen in der Stadt erledigen wollen, sei eine halbe Stunde nicht genug, sorgt sich Renate Adloff im AZ-Gespräch. Die Vorsitzende des Stadtseniorenrates befürchtet, dass vor allem Rentner, welche nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind, unter dem knappen Zeitfenster zu leiden haben. „Das geht so nicht, da muss eine Regelung gefunden werden“, kritisiert Adloff und wünscht sich, dass den Senioren entgegengekommen wird. Weitere Bedenken habe sie wegen der Urlauber in der Kaiserstadt. Auch diese hätten bereits Kritik zu den kurzen Parkzeiten am Shalomhaus geäußert.

Ordnungamtsleiterin Birgit Herzberg erklärt, wie die Parkbegrenzung zustande gekommen ist: „Wir haben die Regelung für die Eltern getroffen.“ Das Abholen der Kinder, die im Shalomhaus in den Hort gehen, habe an dieser Stelle Priorität für sie. Für die Eltern, welche schnell ihren Nachwuchs bringen oder einsammeln möchten, sei eine halbe Stunde ausreichend.

Nicht zum ersten Mal ist die Parkzeit in der Grete-Minde-Straße Gesprächsthema in der Kaiserstadt. Im Dezember, kurz nach Eröffnung der Straße, hatte SPD-Fraktionschefin Christine Pfaff die Problematik in den Bauausschuss gebracht. Die Sozialdemokratin hat schon damals die Bedenken ihrer ehemaligen Fraktionskollegin geteilt. Doch zu dieser Zeit befand sich der Grete-Minde-Saal noch im Bau. Der Seniorennachmittag pausierte.

Stadtratsmitglied Steffen Buddy konnte im Ausschuss als betroffenes Elternteil hingegen Herzbergs Argumentation bestätigen. „Wenn man zur falschen Zeit kommt, ist alles belegt“, merkte er im Dezember an. Zuletzt entschied der Bauausschuss jedoch abzuwarten und die Situation weiter im Auge zu behalten.

Herzberg zeigt Verständnis für die älteren Mitbürger. „Der Parkdruck ist natürlich groß, auch durch die Umleitungen“, weiß die Ordnungsamtsleiterin, appelliert für den Seniorennachmittag aber trotzdem auf umliegende Parkplätze und Straßen auszuweichen. Auch behält sie das Verhältnis im Blick. „Es ist ja nur einmal im Monat.“ Die Eltern hingegen müssten ihre Kinder täglich aus dem Hort abholen und haben mit der Parkplatzsuche zu kämpfen.

Abschließend könne zu der Thematik allerdings noch nichts gesagt werden, erklärt Herzberg. Die Lage vor Ort müsse entsprechend neu geprüft werden.

VON LAURA KÜHN

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