Parkmöglichkeiten sind Knackpunkt für die Großinvestition in Tangermünde

„Hafen-City“ am seidenen Faden

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Im Parterre des als Hotel- und Tagungskomplex geplanten Speichers könnten Parkplätze entstehen, wie beim Rundgang am Hafen besprochen wurde.

Tangermünde. Es ist wohl eines der bedeutendsten Investitionsvorhaben der Altmark. In Tangermünde soll für knapp 20 Millionen Euro eine so genannte „Hafen-City“ entstehen. Ein Investor will dafür zwei alte Speicher zu Hotel und Tagungszentrum ausbauen (AZ berichtete).

Das Projekt hängt noch am seidenen Faden. Knackpunkt sind die Parkplätze.

Das wurde beim Besuch von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) deutlich, der gestern auf Einladung des regionalen Landtagsabgeordneten Detlef Radke in der Kaiserstadt weilte. Tangermündes Bürgermeister Jürgen Pyrdock und Stadtkämmerer Wilhelm Peters nutzten die Gelegenheiten, um verschiedene Fördermöglichkeiten auszuloten.

Bürgermeister Jürgen Pyrdok (l.) bei der Beratung.

Architekt und Kommunalpolitiker Jörg Jensen stellte das ehrgeizige Projekt im alten Hafen vor. Der Investor, ein namhafter Unternehmer aus Tangerhütte, hatte bereits das Gelände des früheren „Elbparks“ zu einem modernen Wohngebiet umgestaltet. In Tangermünde fehle es, insbesondere in der Hochsaison, an Hotelkapazität. Zudem gebe es in der Stadt bisher keinen Saal, der für größere Veranstaltungen geeignet sei, sagte Jensen. Bürgermeister Pyrdok stimmte zu und begrüßte die Idee ausdrücklich.

Auch seitens des Landes werde es Unterstützung geben, versicherte der Minister. Da es sich um ein für den Landestourismus bedeutsames Vorhaben handele, stellte er für die Schaffung des Hotel- und Tagungskomplexes Zuschüsse von bis zu 15 Prozent in Aussicht. Die genaue Höhe der Fördersumme hänge davon ab, wieviele Arbeitsplätze geschaffen würden. Eingeschlossen wären auch die zum Hotel gehörenden Parkmöglichkeiten.

Dafür soll auf dem Gelände für drei Millionen Euro im Parterre eine Tiefgarage entstehen. Da diese auch den Mietern der ebenfalls geplanten 38 Wohnungen und von Stadtbesuchern zur Verfügung stehen soll, ist unklar, wer diese baut. „Für städtische Parkhäuser gibt es keine Fördermittel“, stellte der Minister klar. Andererseits mache ohne Parkhaus oder Tiefgarage ein solches Hotel keinen Sinn.

Gemeinsam müssen Stadt, Investor und Förderbehörden nun nach einem Kompromiss für die Finanzierung suchen. „Ein solches Projekt darf nicht an den Stellplätzen scheitern“, sagte Möllring.

Von Christian Wohlt

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