SET baut Ölfangschiff und Fähre / Firma bis Sommer ausgelastet / Auftragslage sehr gut

Großaufträge für Tangermünder Werft

+
Bereits zu 80 Prozent sind die Arbeiten am Ölfangschiff abgeschlossen. Aus logistischen Gründen wird das Steuerhaus erst in einer Hamburger Werft mit dem Schiff verbunden.

Tangermünde. „Mit der Auftragslage sind wir derzeit sehr zufrieden“, verrät die Geschäftsführerin der Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET), Christel Börsch, und ergänzt: „Bis Ende Sommer sind wir gut ausgelastet.

“ Ein Grund dafür sind zwei Großprojekte, die derzeit in der Schiffwerft realisiert werden.

In einer europaweiten Ausschreibung konnten sich die Tangermünder nämlich gegen andere Anbieter behaupten und erhielten den 4,4 Millionen Euro schweren Auftrag für den Bau einer Fähre. Kunde ist die Fähren-Bremen-Stedingen GmbH aus der Hansestadt Bremen, die bereits im Jahr 2010 ein solches Schiff bei der SET bestellte. „Die zweite Fähre, die wir jetzt bauen, ist aber kein hundertprozentiger Nachbau“, erklärt Börsch. Aufgrund unterschiedlicher Anlegeverhältnisse wird das neue Schiff nämlich schmaler werden. Mit einer Breite von 14 Metern und einer Länge von 59 Metern wird es jedoch noch immer von imposanter Größe sein. Das muss es auch sein, denn insgesamt soll es eine Zusatzladung von 150 Tonnen Gewicht aufnehmen können. Die Gesamtlast kann von bis zu 249 Passagieren oder mehreren Fahrzeugen stammen. Einzelne Vehikel können dabei eine Höchstlast von stolzen 60 Tonnen besitzen. Noch stehen die Arbeiten am Anfang. Die Kiellegung war erst am 10. Januar, die Fertigstellung soll im Oktober 2014 erfolgen.

Sehr viel weiter ist bereits der Bau eines Ölfangschiffs, der im vergangenen Jahr begann. Dieses hat im Gegensatz zur Fähre bereits einen Namen. Die „Haithabu“ wird für den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein gebaut und ist bereits zu 80 Prozent fertig. Die Übergabe ist für Mai vereinbart. Das Schiff kann dann unter anderem mittels einer speziellen Vorrichtung Ölleckagen bekämpfen. „Wenn ein Schiff havariert und Diesel oder Öl ausgetreten ist, kann das Schiff dieses durch eine spezielle Technik aufnehmen, transportieren und an Land wieder abgeben“, erklärt Börsch.

Neben diesen Großprojekten stehen auch zahlreiche Reparaturen und umfangreiche Umbaumaßnahmen in den Auftragsbüchern der Tangermünder. Gearbeitet wird unter anderem an einem Wasserbaufahrzeug, drei Kreuzfahrtschiffen und einem Motorgüterschiff. Ebenfalls gut zu tun haben die Mitarbeiter der Genthiner Werft. Diese reparieren nicht nur fleißig, sondern arbeiten unter anderem auch an einem Auftrag, der den Bau von fünf Arbeitsschiffen mit Eisbrecher-Eigenschaften beinhaltet.

Während ein solches bereits im vergangenen Jahr übergeben wurde, befindet sich ein weiteres in der Erprobungsphase. Die restlichen Schiffe sollen noch in diesem Jahr übergeben werden.

Von Benjamin Heibutzki

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare