Comenius-Schule und mehrere Straßen evakuiert / Schaden bei Arbeiten an Schäferstraße

Gasleck: Stillstand in Tangermünde

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Etwa 30 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. 20 davon aus Tangermünde, je fünf aus Miltern und Buch. Hinzu kam ein ABC-Wagen aus Stendal, mit dessen Mitteln das Gas genau geortet werden konnte.

Tangermünde. Stundenlang herrschte gestern Ausnahmezustand in Tangermünde. Bei Bauarbeiten an der Schäferstraße war eine Gasleitung von einem Bagger beschädigt worden. Mehrere Straßenzüge und die Comenius-Schule mussten evakuiert werden.

Um 9.20 Uhr ging der Alarm los: Trupps der Wehren aus Tangermünde, Miltern und Buch rückten aus, insgesamt 30 Männer und Frauen. Das Gasleck lag in einer Baugrube wenige Meter von der größten Grundschule des Landkreises, der Comenius-Schule mit ihren 300 Kindern. „Man geht in so einem Fall kein Risiko ein“, sagte gestern der Einsatzleiter Michael Classe angesichts der Entzündungsgefahr durch das Heizgas. Schäferstraße, Teile der Langen Straße und die Lindenstraße wurden gesperrt, die Grundschüler wurden evakuiert. Handys oder Funk wurden nicht genutzt, jeder elektrische Impuls oder Funke hätte eine Zündung bedeuten können. Die Einsatzkräfte klingelten deshalb nicht bei den Anwohnern, sondern klopften.

Bei Baggerarbeiten in der Schäferstraße war das Leck in einer Gasleitung entstanden.

„Einwandfrei funktioniert“ habe die Evakuierung der Schule, sagt Classe, der auch bei der Stadt der Chef der Gefahrenabwehr ist. Auch der Schulleiter Torsten Herms ist zufrieden mit dem schnellen, aber ruhigen Agieren seiner Lehrer und der pädagogischen Mitarbeiter. „Wir haben es sehr schnell aus dem Gebäude geschafft - wir üben einen solchen Fall auch oft“, erklärte er. Etwa halbjährlich werde das geordnete und zügige Räumen der Schule geprobt. Die Verwaltung habe schnell geschaltet. Die Kinder wurden in der Zwischenzeit beim Grete-Minde-Haus untergebracht, der Hort stellte sein Gelände zur Verfügung. Die Kinder wurden dort betreut.

An der Einsatzstelle liefen derweil die Arbeiten der Wehren. Dafür war auch ein ABC-Messfahrzeug der Stendaler Wehr vor Ort. „Eine Fachfirma hat die Leitung schließlich abgequetscht, sie wurde dann vor Ort repariert“, erklärte Classe. Das Gas sei deutlich bemerkbar gewesen, man habe es austreten hören und riechen können. Dem Gas sei speziell dafür ein Stoff beigemengt, der es deutlich riechbar mache.

Nach etwa zwei Stunden war der Spuk mitsamt der Straßensperrungen vorbei. Herms hatte seine aufgeregten Kinder wieder zurück in der Schule, es gab Mittagessen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Tangermünde waren um 11.45 Uhr wieder eingerückt.

Von Kai Hasse und Ute Krug

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